Vom Hype zum Handeln

#37 AI Gender Gap: Warum KI ohne Frauen schlechter wird

Episode Summary

Frauen nutzen generative KI seltener als Männer — und gestalten sie noch seltener mit. Für Unternehmen ist das keine Gerechtigkeitsfrage, sondern eine Rechnung: Wenn ein Teil der Belegschaft das Werkzeug kaum einsetzt, bleiben Produktivitätsgewinne liegen. In Folge #37 spreche ich mit Simone Scholz, KI-Beraterin und KI-Trainerin, über den AI Gender Gap. Wir gehen durch, welche zwei Glaubenssätze am häufigsten bremsen, warum generative KI ein Kommunikationstool ist und kein Techniktool, weshalb der wirtschaftliche Nutzen das bessere Argument ist als die Pflicht aus dem EU AI Act — und welches Lernformat zu welchem Ziel passt. Verantwortung und Urteilskraft bleiben dabei beim Menschen. Anfangen lässt sich ohne Programm: einer Kollegin zeigen, was im eigenen Arbeitsalltag tatsächlich funktioniert.

Episode Notes

In Folge #37 spricht Petra Liebl mit Simone Scholz über die Lücke, die entsteht, wenn Frauen in KI-Systemen unterrepräsentiert sind. Nach Folge 33 über "faire KI" gehen wir diesmal der Frage nach: Wer gestaltet KI-Systeme — und wer fehlt dabei?

Gleich vorweg: Das ist kein Frauenthema. Das ist ein Thema für jedes Unternehmen, das mit KI besser werden will. Simones Argument ist wirtschaftlich, nicht moralisch: In Unternehmen arbeiten nicht nur Männer, und wenn alle mit KI arbeiten, steigt die Qualität, denn: Diverse Teams fördern Innovation uvm. 

Darum geht's in dieser Episode

✔ warum nach Pay Gap und Data Gap nun eine dritte Lücke aufgeht 
✔ was Simone bei den KI-Schulungen für Bürgerinnen und Bürger beobachtet hat 
✔ wie ein KI-Training aufgebaut sein muss, damit es wirklich etwas bewirkt 
✔ welche zwei Glaubenssätze Frauen am häufigsten bremsen 
✔ warum generative KI ein Kommunikationstool ist und kein Techniktool 
✔ was der geschlossene Gap einem Unternehmen konkret bringt 
✔ weshalb der wirtschaftliche Nutzen stärker wirkt als die Pflicht aus dem EU AI Act 
✔ wie man beim Prompten Stereotype aufbricht — in beide Richtungen 
✔ warum Verantwortung, Urteilskraft und Feedback beim Menschen bleiben 
✔ welche Lernformate zu welchem Ziel passen 
✔ warum es Top-down und Bottom-up braucht 
✔ wann Female-only-Lernräume sinnvoll sind

Gesprächspartnerin Simone Scholz

Simone Scholz ist KI-Beraterin und selbstständige KI-Trainerin mit Schwerpunkt Fair AI und Female AI. Ihr Weg führte vom Ballett an der Wiener Staatsoper in die Welt der Daten — unter anderem zu A1, wo sie von Marketinganalysen bis Change Management vieles mitgestaltet hat. Heute trainiert und berät sie Unternehmen zu KI-Strategien und ist Botschafterin bei Women in AI Austria sowie bei Women in ICT.

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Episode Transcription

Künstliche Intelligenz verändert, wie wir arbeiten, entscheiden und in Unternehmen Prozesse gestalten. Aber was passiert, wenn ein großer Teil der Menschen diese Technologie seltener nutzt und noch seltener mitgestaltet? Willkommen bei Vom Hype zum Handeln, dem Podcast für Wandel im Zeitalter der digitalen Transformation. Ich bin Petra Liebel, digitale Marketingberaterin und Host dieses Podcasts.

Über diese Lücke, die Gender AI Gap genannt wird, spreche ich heute mit Simone Scholz. 

Simone ist Trainerin und Beraterin für KI-Strategien und wir klären die Frage, wer gestaltet KI-Systeme und warum fehlen Frauen bei deren Gestaltung häufig? Und gleich vorneweg, das ist kein Frauenthema, das ist ein Thema für jedes Unternehmen, das durch den Einsatz von KI besser werden will. Schön, dass du wieder da bist, Simone.

Simone:
Vielen Dank für die Liebe, Einladung Petra!

Petra:
Warum hast du dir dieses Thema für dich selber ausgewählt?

Simone:
Wir Frauen haben ja schon einige Gaps, Lücken im Laufe der Geschichte leider Gottes mitbekommen, ob wir es wollten oder nicht. Die bekannteste Gap ist sicher die Gender Pay Gap, dass die Gehälter unterschiedlich hoch sind von Männern und Frauen. Eine weitere, glaube ich recht bekannte Gap ist die Gender Data Gap, dass Frauen in manchen Daten leider vergessen wurden, in manchen medizinischen Studien zum Beispiel.

Und die jetzt neue Gap ist die AI-Gender Gap. Und ich habe mir gedacht, boah, das gibt's ja gar nicht. Jetzt haben wir schon so viele Gaps, wo wir uns so plagen müssen, diese Gaps endlich loszuwerden und gegen sie zu arbeiten. Jetzt ist eine neue Technologie, diese generative KI, und wir Frauen reißen schon wieder die nächste Gap auf. Und da habe mir gedacht, na, das geht gar nicht. Da muss man aktiv dagegen arbeiten. Und deshalb habe ich mir gedacht so

Ich mache da eine Initiative, mache da Trainings, ich versuche meine Vision in die Welt zu bringen, dass wir diese Gap ganz schnell...

Petra:
Also gerade wenn ich das nochmal einahmen darf oder erklären, es geht jetzt darum, dass wir alle die Chance haben, jetzt mit einer neuen Technologie mit gleichen Voraussetzungen loszustarten, mit dieser generativen künstlichen Intelligenz, was es auch immer sind, die LLMs oder Bildgenerierungstools, auch immer. Männer und Frauen haben dieselben Chancen und dafür trittst du ein, richtig? Genau. Und da bist du ja als Botschafterin bei einigen Vereinigungen unterwegs.

Magst du da kurz sagen, was es da geht?

Simone:
Ja, also ich bin bei Women in AI Austria. Wir setzen uns hier dafür ein, dass es quasi mehr Frauen im KI-Bereich gibt. Wir sind so eine Community mit lauter KI-Expertinnen von unterschiedlichsten Bereichen, von Legal AI bis hin zu Fair AI. Also alle möglichen Fachbereiche tauschen uns ganz stark aus auch hierbei. Also eine wundervolle Community und eine

zweite Community, wo ich stark involviert bin, ist Women in ICT von Fösi. Hier sind sehr viele IT-Expertinnen, die da gemeinsam versuchen, mehr Frauen in diese IT-Welt zu bringen, sei es jetzt Quereinsteigerinnen oder eben junge Frauen, die noch auf der Suche nach einem neuen Berufsweg sind. also für diese zwei Dinge brenne ich sehr und freue mich auch sehr, dass ich da Botschafterin sein darf.

Petra:
Und du hast mir auch schon mal erzählt in einem Gespräch, dass du unterwegs warst und auch Bürgerinnen geschult hast, auf was du da gestoßen bist.

Simone:
Das war eine Initiative von Digital Austria, eine ganz tolle Initiative mit dem Ziel, dass man österreichische BürgerInnen digital und auch KI fit macht, was ich super wichtig finde, weil umso eher man weiß, was KI ist und auch weiß, was KI vielleicht nicht ist, desto besser kann ich damit umgehen. bei diesen Trainings war ganz am Beginn, das ist mir stark aufgefallen, waren ganz viele Mythen und auch Ängste zum Thema KI.

Daher war meine erste Aufgabe, diese Ängsten und Mythen aufzuklären und im Anschluss dann wirklich zu zeigen, was wir mit KI Cooles machen können. Was mich sehr gefreut hat, ist, dass von einigen, die am Anfang große Angst und große Skepsis hatten, die waren dann am Ende nach diesem Training richtig begeistert und haben mir auch ganz stolz gezeigt, was sie schon alles Tolles damit machen und sogar, dass sie ihren Nachbarn, Freunden, wem auch immer, erzählt haben davon.

Also das war für mich wirklich das schönste Lob für dieses Training, dass ich bei solchen Menschen auch bewusst aufzeigen konnte, wie es ihnen persönlich hilft, diese Generative.

Petra:
Das klingt ganz ganz großartig und zwar klingt es für mich von der Warte aus ganz ganz toll, alle mit denen man spricht, die KI-Projekte oder sonstige Change-Projekte in Unternehmen einführen, sagen natürlicherweise es geht immer diese Menschen im Unternehmen zu finden, zu begeistern und dass sie das weitertragen. Jetzt machst du ja ehe Kompetenzschulungen. Was würdest du da sagen? Wie müssen denn diese

K.E. Kompetenzschulungen gestaltet sein, damit sie verschiedene Ausgangslagen berücksichtigen oder für alle gut machbar sind.

Simone:
Für persönlich ist immer ganz wichtig bei seinem KI-Training, dass es genau zur Zielgruppe passt. Das heißt, wenn ich da zum Beispiel Promptbeispiele mitbringe, dann sollen die wirklich exakt zu der jeweiligen Zielgruppe passen, rum, damit die dann auch wirklich gleich damit was anfangen können. KI lebt davon, dass man es ausprobiert. Also das ist nichts, was man theoretisch lernt und dann sagt aha, jetzt habe ich KI gelernt und jetzt weiß ich, was es ist.

sondern das muss ich wirklich auch selber ausprobieren, damit ich auch ein Gefühl kriege, wo es mir persönlich wirklich den meisten Mehrwert bringt. Deshalb schaue ich immer, dass das sehr, sehr zugestimmt ist, damit die Leute, die da in den Training sitzen, das Maximum für sich selber rausholen.

Petra:
Ja, und wenn ich deine Eingangsstatement richtig verstehe, ist es ja so, dass du beobachtest, ja eine Lücke, dass du sagst, Achtung, wir wollen diese Lücke schließen oder du arbeitest eben sehr stark, wann das, AI-Gender Gap sich schließt und Female AI stärker wird. Was hindert denn Frauen daran aus deiner Beobachtung, dass sie das ganz selbstverständlich so nutzen, wie es Männer vielleicht auch tun?

Simone:
Das sind sicher einige Glaubenssätze, die wir Frauen so mitbekommen haben, von wem auch immer. Ein Glaubenssatz ist, dass Technologie nichts für Frauen Da kann ich gleich einmal beruhigen. Generative KI ist kein Techniktool, sondern es ist ein Kommunikationstool. Uns Frauen wird ja oft nachgesagt, dass wir darin gut sind im Kommunizieren. Somit finde ich, passen perfekt dafür, generative KI einzusetzen.

Und ein zweiter Glaubenssatz ist auch oft, dass man als Frau das Gefühl hat, wenn ich so ein Hilfsmittel nehme, so ein Helferlein, dann bin ich nicht ehrlich, dann habe ich es mir erschummelt, dann habe ich es mir nicht hart genug verdient. Ich behaupte mal, dass Männer solche Gedanken eher nicht so oft haben. Die denken sich, alle Hilfsmittel sind willkommen und die setze ich auch ein. Warum auch nicht? Wäre ja blöd, wenn ich es nicht tue. Und genauso ist es auch, da muss ich den Männern Recht geben. Also liebe Frauen, verwendet es auch. Es ist ein Hilfsmittel und

Alles was ein Gedankengut drinnen steckt, ja euer Gedankengut. Also ihr habt es euch ehrlich verdient und nutzt einfach die KI, euch selber quasi mit euren eigenen Stärken zu stärken.

Petra:
Liebe Simone, sind wir schon richtig beim Kern, Dass wenn wir sagen, das was du jetzt ansprichst, dass eine Lücke entsteht und wenn aber eben die Frauen, wie du jetzt sagst, macht es mit und es steht euch allen zur Verfügung. Das machen, dann entsteht ja glaube ich ein wirklich konkreter Nutzen für Unternehmen. Weil wenn diese Lücke, dieser AI-Gener-Gap verringert wird, was sind denn da die Vorteile, wenn der geschlossen werden kann?

Simone:
In Unternehmen sehr viele Frauen. Es arbeiten ja nicht nur Männer zum Glück in Unternehmen. Das heißt, wenn alle, sowohl Frauen als auch Männer, diese generative KI verwenden, dann haben alle eine Effizienzsteigerung, eine Produktivitätssteigerung, bestimmt auch sehr viel Zeit ersparen. Es ist unternehmerisch gesehen ein Riesenvorteil, wenn das alle verwenden. Weiters weiß man ja auch, dass diverse Teams ganz stark Innovationsfördernd sind. Das sind jetzt Studien, die es ja schon lange gibt.

Insofern ist es ja auch aus dem Aspekt heraus gut, wenn alle mit KI arbeiten, auch hier im kreativen Brainstorming, im kreativen Sparring, wo auch immer, halt wirklich so diesen Booster sich zu holen.

Petra:
Ja, super. Ich glaube, da wo du jetzt gerade bist in einem Sparring, Ideenfindung, könnte man vorstellen, dass es schon viele einsetzen. Und wenn wir jetzt in die Unternehmenspraxis schauen, da geht es sich dann oft darum, dass man was auf den Punkt bringt. will einen Prozess verändern, neu gestalten. Man will ein Produkt vielleicht neu auflegen.

Wenn ich die jetzt richtig verstehe, wir mit der AI-Gender Gap oder wenn wir die schließen natürlich die Lücke halt mehrere Leute ins Boot holen und die Innovationskraft die Qualität verbessern. Seht ihr das richtig?

Simone:
Ja, na, kann ich voll unterschreiben.

Petra:
Genau. Also du sagst Innovationschancen, Verbesserungen und was steht uns denn da noch im Weg? Also wir haben kurz über die Kompetenz gesprochen.

Ist da deiner Meinung nach oder deiner Erfahrung nach notwendig, dass in Unternehmen noch grundsätzlich von den Frauen abgesehen KI-Kompetenz sehr viel höher gehoben wird, weil man dann ja das Level ohnehin, also die Nivellierung stattfindet und Frauen und Männer gleichermaßen daran teilnehmen können?

Simone:
Eine ist die Gleichstellung, dass alle die gleichen Kompetenzen haben. Und das Zweite ist, gerade was diese KI-Kompetenz unternehmenweit betrifft, wird das von manchen Unternehmen eher als Bürde gesehen, die ihnen quasi der EU-AI-Act indirekt auferlegt, der ja stark empfiehlt, dass alle solche Trainings machen sollten, damit alle, generative KI verwenden, auch kompetent sind, es zu tun. Ich persönlich sehe diesen Legal-Teil

als Nebeneffekt, das ist auch wichtig, aber ein viel größerer Effekt für ein Unternehmen ist der wirtschaftliche Nutzen. Wenn nämlich meine Mitarbeiterinnen KI-kompetent sind, dann können sie KI so gut verwenden, dass sie richtig guten Output produzieren. So nach dem Motto garbage in, garbage out, in dem Fall halt super Input, super Output.

Das heißt wirtschaftlich gesehen ist es ein riesen Benefit, meine Unternehm... wenn meine Mitarbeiterinnen KI-Fit sind, dann habe ich auch als Unternehmen einen riesen Benefit. Und zusätzlich habe ich natürlich auch noch für ein EI-Act gleich was Gutes getan.

Petra:
Ja, das heißt, Vorschriften erfüllt, ohne dass es weh tut, sondern allen was bringt. Klingt gut. Wenn wir uns da jetzt fragen, in dem Sinne scheint es mir so zu sein, dass es mir darum geht, dass wir mal erkennen, was zu tun ist und das Handeln kommt dann ja, wenn du sagst, ausprobieren fast von selbst. Also man kann dann natürlich dann noch schulen, das Output

besser wird, logischerweise, weil man besseres Input gibt, man bessere Fragen stellt und so weiter. Was würdest du sagen? Was kann denn die einzelne Frau tun? Was können denn Männer tun? Was können denn Unternehmen tun? Sollen wir da bisschen reinschauen, wenn die alle aktiv werden sollen?

Simone:
Grundsätzlich finde ich es einmal voll schön, wenn man so bisschen die Stereotypen aufbricht. Das haben wir letztes Mal auch schon bei dem Fair AI Podcast erwähnt.

Petra:
Stimme!

Simone:
Das heißt, das können ja sowohl Männer als auch Frauen machen. Also ich möchte ja immer Männer ganz stark ermutigen, weil ich finde, gerade bei diesen GAP-Themen, egal ob Data GAP, Pay GAP, AI GAP, brauchen wir genauso die Männer im Boot wie die Frauen, weil in Summe sind wir ja dann alle Menschen, die da mithelfen. Also besser ist, helfen alle. Es ist nur eine Hilfe.

Halbe Bevölkerung, nämlich die Frauen beteiligt. Also wenn da alle mitmachen, das eine wäre, mal diese Serotypen aufzubrechen. Das heißt, wenn ich prompte, vergebe ich ja üblicherweise am Anfang die Rolle und sagt der KI, du bist eine erfahrene Rechtsanwältin, du bist eine erfahrene Automechanikerin, was auch immer. Also dass man bewusst Serotypen hier aufbricht. Natürlich genauso in die männliche Form. Also es kann ja auch dann Krankenpfleger sein oder so. Absolut.

Eine Sache, die ich ganz wichtig finde, die alle unbedingt gerne mitmachen sollten, was ebenfalls für alle ein super Thema wäre, diese Gap schneller zu schließen, ist, dass man im Freundeskreis oder Bekanntenkreis oder Arbeitsumfeld, wenn man mitbekommt, dass eine Frau, die eine gewisse Scheu hat, KI zu verwenden, dass man einfach zu ihr ganz entspannt hingeht und ihr zeigt, hey, schau, das mach ich Cooles mit KI, das hilft mir bei diesen und jenen Dingen.

und einfach so dieses kleine Feuer entfacht und auch diese Mythen und Ängste vielleicht wegnimmt und sie wirklich so bisschen vorsichtig animiert, dass sie das gemeinsam mit einem einmal ausprobiert und vielleicht ist dann auch im Nuo diese Scheu schon wieder weg und wir haben eine weitere Frau, die begeistert mit KI arbeiten möchte.

Petra:
Genau. Also schlussendlich kann man ja auch sagen, dass man die eigenen Kompetenzen nicht abgibt. Im Gegenteil ist die KI wie ein Sparringspartner zu sehen. Ich glaube, da habe ich die Erfahrung gemacht, dass es auch vielen Frauen Vielleicht grundlegend vielen Menschen, die die Scheu vor der Anwendung haben, aber immer vielen Frauen. Und dass sie selber die Entscheidung weiterhin treffen und die Zügel in der Hand halten. Und damit ist ja die

Diese generative KI, wie du sie beschrieben hast, wirklich jemand, der die Stärken stärkt und ich selber nur die Entscheidung triffe, also ich gebe ja nichts ab. Das kommt mir vor, das war auch oft ganz wichtig, dass dann die Kompetenz beim Menschen bleibt.

Simone:
Definitiv. Also die Kompetenz bleibt immer bei Menschen, sowohl die Verantwortung, weil das Ergebnis, das ich da produziere, gemeinsam mit der KI, muss ich ja als Nutzerin verantworten. Also das ist ganz wichtig, die Verantwortung bleibt immer bei Menschen. Genauso wie die kritische Urteilskraft immer bei Menschen bleiben muss. Die KI kann mir Handlungsempfehlungen geben, sie kann mir Vorschläge geben, was die top drei besten Lösungen sein könnten.

Aber ich als Nutzerin entscheide am Ende des Tages dann immer, was ich aus verschiedensten Gründen die beste Variante finde. Und was ich auch noch ganz wichtig finde, ist dieses Feedback geben an die KI. Also, also auch puncto Verantwortung und Urteilskraft. Wenn ich dann mitbekomme, die KI biegt dann in eine falsche Richtung ab oder sie behauptet Dinge, wo ich definitiv weiß, das stimmt nicht oder auch in eine diskriminierende Richtung vielleicht geht.

dann ganz bewusst als Nutzer oder Nutzerin kontern und wirklich zur KI sagen, du das stimmt nicht, das ist diskriminierend vielleicht oder was auch immer oder vielleicht auch inhaltlich nicht korrekt. Also unbedingt Feedback geben, weil wir als Nutzer und Nutzerinnen sind ja die Dirigenten der KI. Also wir orchestrieren das, wir sind die, die das Briefing machen. Also unbedingt immer diese Zügeln, wie du sagst, in der Hand halten und nicht die

dass quasi das, ich sag jetzt mal blöd, das Gehirn an die KI abgeben und dann nur noch so passiv Output konsumieren. Also das ist das, was wir nicht wollen. Wir wollen unbedingt immer die bleiben, die die Urteilskraft und die Verantwortung behalten.

Petra:
Ja, genau. Also wie du es schön gesagt hast, einerseits geht es das, man selber ausprobiert, andererseits die Kompetenzen auch wirklich die Verantwortung zu übernehmen, die Kompetenzen sich zu erwerben, spielerisch auszuprobieren und ja, schlussendlich das im Alltag zu leben. Du hast davon gesprochen, dass wir eben so Gestaltungsräume brauchen und Männer wie Frauen natürlich gemeinsam alle eingeladen sind, die zu schaffen und die zu benutzen.

Wenn wir jetzt noch ans Unternehmen denken, wo wir diese Gestaltungsräume und Schulungsangebote auch brauchen, wäre vielleicht die Idee, speziell auch Frauen frühzeitig in diese Projekte mit einzubeziehen oder einfach speziell auf die Zusammensetzung der Teamzusammensetzung zu achten oder so.

Simone:
Also eindeutig ja, genauso wie bei der fairen KI können wir gewisse Dinge nur sehen, wenn wir quasi ein diverses Team sind. Weil jeder Einzelne oder jeder Einzelne von uns schaut ja immer durch seine persönlichen Lebensbrille und wir blenden natürlich gewisse Dinge aus, die uns halt überhaupt nicht betreffen. Also ich kann mich ja auch nicht in eine männliche Rolle versetzen, weil ich bin kein Mann und so ist es halt auch umgekehrt. Insofern glaube ich, ist Diversität so einer der Schlüssel

Schlüsselbringer quasi hier, dass umso diverser wir sind, desto mehr haben wir in vielerlei Hinsicht einen Vorteil und auch natürlich punkto generativer KI.

Petra:
Genau, und weil du sagst einen Vorteil, das bedeutet für Unternehmen oft, Chance wahrzunehmen, einen Vorteil an Qualitätsvorsprung vielleicht sich auch zu sichern, dann hätten wir wiederum einen echten, auch wahrscheinlich monetär sich ausdrückenden Vorteil für Unternehmen, oder?

Simone:
Ja, also Wettbewerbsvorteil ist immer gut und gerade aktuell, ich meine wir wissen die Wirtschaftslage ist jetzt nicht super rosig. Da würde ich sagen, nutzen wir doch jede Möglichkeit, wie wir da einen Schritt voraus sein können. Und das ist ja, ich, ein richtig einfacher Schritt, wenn wir einfach auf Diversität Wert legen. Ist glaube ich oft wesentlich einfacher umsetzbar als so manch andere Innovationslösungen.

Petra:
Genau. Und was mir auffällt, wenn ich dir zuhöre, eben, wenn du sagst, hast diese Bürgerbeteiligung von Digital, wie heißt das nochmal? Genau.

Simone:
digital austrägen.

Petra:
Ich stelle die Frage nochmal. Und wie du vorher erzählt hast, wo du das Schulungsangebot für Bürger und Bürgerinnen mit Digital Austria gemacht hast.

Da waren ja auch verschiedene Zugänge und du hast gesagt, es hat dann so Stufen. Zuerst allgemeine Informationen und dann haben sie sich richtig interessiert und dann haben sie vielleicht schon erste Dinge selber umgesetzt. Ich denke, es wird halt auch wahrscheinlich die verschiedenen Stufen in den Unternehmen brauchen, oder? Dass eben diese Räume gestaltet werden. Wie beobachtest du das?

Simone:
Es gibt ja viele Arten von Lernformaten, weil wir Menschen sind ja sehr unterschiedliche Lerntypen. Da fangst du schon mal an, der eine ist mehr visuell, der andere muss mehr, weiß ich nicht, was hören oder so, mehr auditiv. Das ist einmal das eine, dass wir aus dem Grund schon verschiedene Lernformate brauchen, halt möglichst viele Lerntypen abzuholen. Und das andere ist auch, je nachdem, was ich lernen möchte, passen auch andere Formate.

Ein Beispiel, ich möchte zum Beispiel sehr viel mit KI experimentieren, dann wird beispielsweise ein Hackathon genau das richtige Format sein, weil das ein sehr spielerischer Zugang, sehr experimentierfreudig, in kurzer Zeit versucht man da coole Prototypen zu basteln, also das würde ich zum Beispiel beim Thema Experimentieren ganz stark empfehlen. Wenn ich sage, ich möchte einfach alle Mitarbeiterinnen onboarden für ein neues KI-Tool,

Dann reicht jetzt vielleicht im ersten kleinen Schritt ein kurzes Onboarding-Video, dass wirklich alle mal so eine ganz grobe Basic-Ahnung davon haben. Und im nächsten Schritt gibt es dann vertiefende Trainings zu gewissen konkreteren Anwendungen oder so. diese vertiefenden Trainings sind dann vielleicht Präsenz-Trainings mit einer Trainerin oder so. Also da würde ich sagen, je nachdem, was man machen möchte und auch wie die Lerntypen sind, brauchen wir da unbedingt in Unternehmen unterschiedliche Lernformate.

Petra:
Und vielleicht auch, was ich ganz schön finden würde, was ich als Dateierfahrung sage, zu zeigen, was es denn bringen kann, wenn man jetzt damit startet, klein startet und was man denn dann vorhat along the way, weil man vielleicht das Innerstrategie oder Prozessgestaltung einfließen lässt, könnte das vielleicht auch dazu beitragen, dass man dann Frauen einladet und sagt, seid's dabei, gehen wir die Reise gemeinsam. Wäre das auch eine Idee?

Simone:
auf jeden Fall. Also ich finde, Frauen zu involvieren von Anfang an, das ist ganz toll.

Petra:
Also ein Führungsthema insgesamt, oder?

Simone:
Grundsätzlich. ich glaube, es ist ja so wie mit allen Transformationen, ist auch diese KI-Transformation nichts, was komplett neu ist. Es sind ganz viele klassische Change-Management-Themen. Sei das jetzt, dass ich als Führungskraft vorlebe, wie man es machen könnte, dass ich viel Vertrauen schenke, dass ich auch Ängste wahrnehme, die rund so einen Change mit sich schwingen.

Also ich glaube, Change Management vom Feinsten wird hier gefordert und ich glaube, jetzt wird sich auch ganz stark zeigen, welche Führungskräfte mit so etwas gut umgehen können.

Petra:
Und ich glaube, was auch vielleicht zuträglich sein könnte, wie oft das gemacht wird, weißt du vielleicht von größeren Unternehmen, ich habe es eher mit kleinen zu tun, wir haben ja schlussendlich oft Mitarbeiter, die ganz begeistert sind, nur die brauchen ja natürlich auch die Führungskräfte dazu, damit sie was bewegen können. Also braucht es ja da auch eine Diversität oder was jetzt die Hierarchien anlangt oder die Entscheidungswege.

Was beobachtest du denn da gibt es da auch einen so guten Vorschlag, wie du das jetzt gerade gehabt hast mit den verschiedenen Tools.

Simone:
Grundsätzlich bin ich immer der Überzeugung, dass es sowohl Top-Down als auch Bottom-Up-Ansätze braucht. Im allerersten Schritt finde ich, dass Top-Down ganz wichtig ist, weil nur wenn dieses, ich sage mal KI-Mindset, nenne ich es jetzt mal, wenn das im oberen Management verankert ist und auch unterstützt wird im Sinne von

Die Teams bekommen Zeit, KI zu erlernen, damit herumzuspielen. Es gibt auch Budget dafür, dass man Lizenzen kauft oder Trainings bezahlt. Da muss von oben mal diese Awareness sein, dass das Thema einen Wert hat. Weiter ist ganz stark diese Vorbildfunktion. Im oberen Management finde ich sehr entscheidend. Warum? Weil, live what you sell, nach dem Motto.

Wenn ich selber weiß, was KI ist und was sie nicht ist, was sie nicht kann, also diese gesamte Palette selber schon erarbeitet habe und erspürt habe, richtig, also ausprobiert habe, dann kann ich das auch nach Unternehmen weitertragen. Ich kann nicht über etwas sprechen, wo ich selber keine Ahnung darüber habe und das kauft einem dann ja auch niemand ab. Daher würde ich sagen, the talk als Management unbedingt selber ausprobieren und selber leben auch, was man spricht.

Und im zweiten Schritt muss das Ganze natürlich dann unbedingt auch von den Teams getragen werden. Und hier eben ist zum Beispiel Community Building ein ganz tolles Sache, wo es so AI-Communities gibt, die sich dann auch stark interaktiv austauschen. Das Ganze lebt ja davon, jeder probiert was anderes aus. Also gemeinsam kommt man auf richtig tolle Sachen. Also so diese zwei Ansätze, wir haben Community-Spots-Map und von oben startet das Ganze im ersten Schritt mit dem Management.

dass auch ernsthaft diese KI lebt.

Petra:
Liebe Simone, wenn ich so ein Unternehmen morgen damit beginnen möchte, den GIGenerGap zu verkleinern, welche drei, vier konkreten Schritte würdest du sagen, sollen sie als erste setzen? Du hast ja schon einige genannt, Frauen einladen. Worauf kommt es denn besonders an?

Simone:
Als Erstes würde ich damit beginnen, wie gesagt, eine Frau mal einzuladen, wo man das Gefühl hat, die hat eine gewisse Hürde und ihr einfach mal ganz entspannt und locker zeigen, was man selber Cooles damit macht. Und auch vor allem ihre Ängste wahrnehmen und wirklich ernst nehmen. Also die sind ja auch berechtigt. Es ist ja unumstritten, dass manche ihren Job vielleicht verlieren werden sogar.

weil die KI ein Teil des Jobs ersetzen wird. Das ist jetzt nichts, jetzt der Fantasie ist, und das wird bestimmt auch so sein. Nichtsdestotrotz gibt die KI uns auch ganz viele tolle neue Chancen. Also ich würde es definitiv eben von Positiven sehen. Und dass man halt selber schaut, wie kann ich meinen persönlichen Arbeitsalltag mit KI erleichtern? Wie kann ich den Arbeitsalltag verändern?

Oder zum Beispiel, wenn ich eine Unternehmerin bin, ich bin jetzt auch gerade in so einem Kreativwirtschaftsprojekt drinnen, wo ja Kreativschaffende auch sehr stark davon betroffen sind, zu überlegen, wie kann ich mit Hilfe von KI vielleicht einen neuen Geschäftszweig aufmachen, mich in diesem Bereich komplett neu erfinden oder so. Also ich finde, man sollte jetzt wirklich diese Disruption als etwas Positives versuchen zu sehen.

Nichtsdestotrotz sind Ängste da und deshalb sollte man sie auch hören und ernst nehmen. das finde ich, diese beiden Pole sind durchaus wichtig.

Petra:
Ich finde es spannende Ansicht, auch für Einzelunternehmerinnen wie dich und mich auch gilt, uns dem zu öffnen, jetzt kommen wir aus Marketing und du auch noch mehr aus IT und tun uns da vielleicht oder sind näher dran als andere, dafür sind wir auch mehr gefädelt als andere. Wenn wir jetzt aber größeres Unternehmen haben, wo es eben nicht Einzelpersonen geht und deren eigenes Mindset, hast du ja gesagt, eben das Frauenmindset insofern zu beeinflussen, dass man die Angst nimmt.

und dann diese Gestaltungs- und Lernräume zu schaffen, Die schafft man einfach, indem man dann schaut, dass gleich viele Männer oder Frauen sind, oder wie sollte man das deiner Meinung nach noch gestalten?

Simone:
Also das wählen vor allem gleich viele Frauen wie Männer. Unabhängig jetzt von der KI finde ich immer eine gute Idee, aufgrund der Diversität. Ansonsten würde ich auch empfehlen, dass man eigene Female-only-Lernräume schafft, speziell ganz am Beginn, wenn die Joy noch sehr groß ist. So ein, ich sage mal unter Anführungszeichen, geschützter Rahmen ermöglicht dann auch mehr Fragen zu stellen.

quasi wirklich Bedenken zu äußern, die werden dann nicht gleich so im Kern erstickt.

Petra:
Vielen, vielen Dank, Simone. Was gibt es aus deiner Sicht noch, was du gerne mitgeben möchtest, außer dass man sich damit beschäftigen soll und sich trauen soll und es probieren darf?

Simone:
Seite aus ist glaube ich das wichtigste, dass man sich selber mal kurz Gedanken macht, was sind meine Stärken und ich bin der absoluten Überzeugung, dass wenn man so für sich als Einzelperson überlegt, was sind meine Top 3 Stärken zum Beispiel, dass ich diese Top 3 Stärken super gut auch bei generativer KI anwenden kann und wenn man mit diesen Gedanken reingeht und es dann ausprobiert, glaube ich macht es auch gleich viel viel mehr Freude mit KI herum zu spielen, wenn man da

Meinung oder das Gefühl hat, dass man es ja richtig gut kann schon und man muss da jetzt gar nicht so viel Neues lernen.

 


Petra:
Ich glaube, sind spannende Dinge dabei. Danke für das Gespräch und ich hoffe, dass wir vielleicht eine Female AI Session machen. Lassen wir ein Leute dazu ein.


Simone:
Ja, sehr gern.


Petra:
Okay, das klingt cool. Danke dir, liebe Simone.


Simone:
Danke dir, Petra.



Danke
fürs Zuhören bei dieser Folge von Vom Hype zum Handeln. In diesem Podcast spreche ich alle zwei Wochen mit Expertinnen und Experten über Chancen des Wandels im Zeitalter der künstlichen Intelligenz. Wir zeigen, was sich in der schnelllebigen digitalen Transformationswelt entwickelt, welche Lösungen bereits realisiert werden und was davon für kleine Unternehmen tatsächlich relevant ist.

Für unsere Hörerinnen und Hörer diskutieren wir neue Entwicklungen, ordnen sie ein und zeigen, was in der Praxis funktioniert, mit Einblicken von Menschen, die schon zwei, drei Schritte weiter sind als der derzeit weit verbreitete Experimentierstatus. 

Ich schlüpfe als Host dieses Podcasts von der Beraterin in die Frage Rolle als Gründerin der Content-Bakery und zertifizierte Digitalberaterin. Bin ich seit rund zwei Jahrzehnten in Sachen Marketing mit Strategie unterwegs?

seit 2023 auch mit Fokus auf Marketing, mit Strategie und KI. Mein Ansporn für diesen Podcast ist es, Orientierung zu geben und die Frage zu beantworten, wie KI und digitale Technologien sinnvoll, wirksam und verantwortungsvoll eingesetzt werden können. Mehr zu mir und meinem KI-Marketing-Assistenten Felix findest du unter www.contentbakery.at.