KI spart Zeit und automatisiert Routinen. Aber reicht Effizienz als Maßstab für nachhaltige KI? In dieser Folge von Vom Hype zum Handeln spreche ich mit Roman Mesicek über eine Perspektive, die im KI-Diskurs oft fehlt: Nachhaltigkeit. Nicht nur als Stromverbrauch. Sondern als Frage nach Kompetenz, Verantwortung und dem, was wir langfristig wollen. Wir sprechen darüber: ✔ warum Effizienz die Gegenfrage „brauche ich das wirklich?" braucht ✔ wie Nachhaltigkeit über Stromverbrauch hinausgeht ✔ welche Tätigkeiten als Lernorte unterschätzt werden ✔ warum Fachkompetenz KI-Qualität erst beurteilbar macht ✔ wie Mensch-Maschine-Kollaboration aussehen kann Denn am Ende geht es nicht darum, möglichst viel zu automatisieren. Sondern darum, bewusst zu entscheiden, was wir selbst können wollen. GESPRÄCHSPARTNER Roman Mesicek, Nachhaltigkeitsberater & Unternehmer Roman Mesicek hat mehrere Unternehmen mitgegründet und berät Organisationen zu nachhaltiger Entwicklung. Als Lehrender an Hochschulen im DACH-Raum verbindet er technisches Verständnis mit Verantwortung. TAKEAWAYS FÜR DIE PRAXIS 1) Effizienz braucht die Gegenfrage: Brauche ich das wirklich? 📌 Prüfen, ob KI-Output echten Mehrwert oder nur Aktivität erzeugt. 2) Nachhaltigkeit ist mehr als Stromverbrauch 📌 Datenstandort und Anbieterwahl bewusst mitdenken. 3) Soziale Nachhaltigkeit beginnt im Unternehmen 📌 Prüfen, welche Routineaufgaben eigentlich Lernorte sind. 4) Wer nie selbst recherchiert hat, beurteilt KI schwerer 📌 Fachkompetenz im Team bewusst erhalten. 5) KI sollte Menschen wirksamer machen, nicht ersetzen 📌 Routinen an KI geben, Entscheidungen beim Menschen lassen.
KI kann das. Aber sollten wir es auch?
KI spart Zeit, automatisiert Routinen und steigert die Effizienz. Doch Nachhaltigkeit bedeutet mehr als weniger Aufwand und weniger Stromverbrauch.
In dieser Folge von Vom Hype zum Handeln spreche ich mit Roman Mesicek über eine Perspektive, die im KI-Diskurs oft fehlt: Nachhaltigkeit. Nicht nur als Stromverbrauch. Sondern als Frage nach Kompetenz, Verantwortung und dem, was wir langfristig wollen.
Gesprächspartner
Roman Mesicek, Forscher, Unternehmer, Professor und Berater
Roman Mesicek ist Nachhaltigkeitsberater, Mitgründer mehrerer Unternehmen und Lehrender an verschiedenen Hochschulen im DACH-Raum. Als Gründer der Sustainability Academy sorgt er für Micro-Learning zum Thema Nachhaltigkeit. Er berät Organisationen zu nachhaltiger Entwicklung – immer an der Schnittstelle von Wirtschaft, Umwelt und sozialer Verantwortung. https://sustainability-skills.at
Wir alle nutzen heute KI-gestützte Systeme im Alltag, oft ohne groß darüber nachzudenken.Der Routenplaner findet die effizienteste Strecke, ein Foto vom Kühlschrankinhalt liefert passende Rezeptvorschläge und KI kann dabei helfen, umfangreiche Dokumente oder Ressourcen in kurzer Zeit zusammenzufassen.
Das spart Zeit, reduziert Suchaufwand und kann Ressourcen schonen.Wir gehen heute der Frage nach, was Nachhaltigkeit und KI miteinander zu tun haben und betrachten dabei bewusst nicht nur den Strombedarf von Rechenzentren.
Denn wenn wir bei Kindern genau sehen, dass Kompetenzen wie Rechnen, Lesen, Schreiben entwickelt und trainiert werden müssen, obwohl es dafür schon lange technische Hilfsmittel gibt, vom Taschenrechner bis heute zu KI, was bedeutet das dann für das Lernen und Arbeiten im Berufsleben?
Mein Name ist Petra Liebl und ich bespreche heute mit Roman Mesicek die spannende Frage: Wie nachhaltig ist Effizienz durch KI wirklich und wie gelingt eine nachhaltige Balance zwischen Automatisierung und menschlicher Kompetenz?
Willkommen, Roman.Hallo Petra, danke für die Einladung.Sehr, sehr gerne.Darf ich grad ein, zwei Sätze zu dir sagen, bevor du dich vorstellst.Du kommst ja ursprünglich nicht aus der KI-Welt, sondern aus der Nachhaltigkeit und hast schon mehrere Unternehmen mitbegründet und berätst heut Organisationen zu nachhaltiger Entwicklung und gibst dein Wissen auch als Lehrender und Vortragender an verschiedenen Hochschulen weiter.
Was sollten wir denn noch über dich wissen, lieber Roman?Ja, vielleicht, dass ich ein Techniker by Training sozusagen bin.Also ich hab ein technisches Studium absolviert.Das ist schon sehr lange her, aber ein bisschen gehen da auch meine Programmierwurzeln zurück.
Verfahrenstechnik hab ich an der TU Graz studiert und wir haben dort auch halt Analysegeräte programmieren müssen mit ganz alten Programmiersprachen, die heute keiner mehr kennt.Ja, und dann bin ich Zeit meines Lebens im Nachhaltigkeitsbereich tätig gewesen, immer an der Schnittstelle Nachhaltigkeit, Umwelt und soziale Verantwortung und Unternehmen, Wirtschaft.
Und in den letzten Jahren bin ich durch meine Lehrtätigkeit wieder stärker in das, äh, Programmier-, aber konkret das künstliche Intelligenzthema eingestiegen.Spannend, was in einem Berufsleben so alles Platz hat.
Ich denk mir's bei mir auch.Wie viel der digitale Revolution mache ich grad mit. Darf sein. Und genau das macht es ja sehr, sehr spannend, mit Menschen wie dir, die einen sehr weiten Blick auf die Thematik haben, zu sprechen, weil's über Technologien weit hinausgeht.
Das betonen wir hier im Podcast immer wieder.Tools sowieso, aber es geht da über die technische Sicht weit hinaus.Wir betonen immer den Blick auf die Menschen.Und heute mit dir hab ich die Chance und haben unsere Zuhörer die Chance, drüber was zu erfahren, ja, was Nachhaltigkeit und KI, wie das zusammenpasst, wo es da Matching Points gibt, welche Lebens- und Arbeitsbereiche das alles beeinflusst.
Jetzt freue ich mich schon, was du und wir herausfinden mit deiner Hilfe, welche spannenden Schnittmengen sich da jetzt aus KI und Nachhaltigkeit ergeben.Und bevor wir jetzt über'n Stromverbrauch und Auswirkungen von Effizienz auf, ja, Kompetenzen aufbauen, es beleuchten, darf ich dich mal fragen: Du als Unternehmer, du nutzt ja KI sich auch im Arbeitsalltag.
Mag schon so ein bissl da mitnehmen.Wofür setzt du KI ganz konkret ein?Als Unternehmer und Lehrender auch sehr stark ist es eben auch für mich so, dass es total meinen Arbeitsalltag erleichtert, äh, dass es Möglichkeiten gibt, Dinge, die sehr stupide wiederkehrend sind, zu automatisieren.
Sozusagen für mich, äh, als jetzt Lehrender und Berater ist es immer wichtig, mit den aktuellen Standards, mit aktuellen Gesetzesvorgaben, mit, äh, aktuellen Publikationen up to date zu bleiben.Und da sozusagen hab ich mir auch gezimmert einen, einen KI-Agenten, der im Prinzip regelmäßig, äh, die, diese Publikationen, diese Webseiten ansieht und, äh, ich dadurch weiß: Ja, okay, jetzt ist wieder gerade ein Update zu einem Berichterstattungsstandard, äh, rausgekommen.
Dann beschäftige ich mich aktiv damit und hab das sozusagen direkt für meine Kundinnen oder Kunden, wir arbeiten viel an Berichtsprojekten mit Unternehmen, äh, dann parat und kann das direkt weitergeben.
Also es ist da ein Sortiermechanismus, wenn du so willst, ähm, den ich früher händisch gemacht habe, weil ich das halt alles durchgeklickt habe und jetzt die Möglichkeit habe, diese Zeit mehr in die Übersetzung zu investieren, weil das nimmt mir die KI nicht ab, sozusagen mir genau zu sagen, wie das jetzt für den Kunden zutreffend ist.
Ähm, das, äh, bleibt immer noch die menschliche und ich glaube auch die Arbeitsleistung, äh, von uns Beraterinnen und Beratern, äh, das umzusetzen.Und ähnlich ist es auch in der Lehre, also kann man sich genau analog vorstellen.
Danke, dass du uns da mitnimmst.Es ist, äh, ganz ein tolles Beispiel, wie ich finde, weil's schon zeigt, wie sehr, also da sprech ich sehr drauf an und ich glaub, das ist in unserer Berater:innenpraxis ja ganz, ganz wichtig, weiterhin das Know-how, das du als Mensch und eben Experte zu deinen Themen, wie eben auch viele andere Experten haben und die ordnen das dann ein.
Du so lässt das vorsortieren, recherchieren, vorsortieren und ordnest es dann ein, indem du das, wie du gesagt hast, übersetzt für deine Kunden.Spitze.Also ich kann mich noch erinnern an Zeiten, Entschuldigung, ganz kurz, ich kann mich noch erinnern an Zeiten, da, da hab ich immer Google Alerts gemacht zu bestimmten Themen.
Genau, ja.Dann kamen die rein, aber natürlich unsortiert.Und da kannst du oder hast du jetzt schon für dich eine nächste Stufe erklommen und die erleichtert dir die Arbeit und damit wird, glaube ich, das Ergebnis deiner Arbeit wiederum für die Kunden natürlich auch spürbarer, besser, mehr auf'n Punkt, oder?
Ja, also in jedem Fall, also ich Ich gehöre zu den Menschen und ich war lange eben in der Lehre hauptsächlich hauptberuflich tätig, der g-gerne liest.Also ich bin ein Mensch, der gerne liest und ich hab gerne Papers gelesen und ich hab auch gerne viel gelesen.
Jedoch ist es, wie du sagst, ähm, A kommt halt auch viel mit, was nicht der Fokus ist, den man braucht und B ist ja eigentlich die gute Leistung, die Übersetzung, sei es jetzt in Richtung damals Studierende oder jetzt in Richtung, äh, der Unternehmen.
Und ich find, auch da hat sich's a bissl, äh, so verschoben im Kontext mit der KI, weil sich das ja alles so schnell entwickelt.Also früher haben wir uns Google Alerts gesetzt, dann ging's plötzlich zwischendurch darum, dass man genau die Prompts richtig schreibt, damit man die guten Ergebnisse bekommt.
Und jetzt sind wir schon da und wir sagen: "Na, wir bauen uns so eine kleine App oder einen kleinen Agenten, der uns das dann gut strukturiert und aufbereitet." Aber in jeder dieser Stufen ist immer noch der Mensch dann, äh, die, die Person oder die Expertise, die notwendig ist, glaube ich, immer noch, um das zu bauen.
Ja, gerade wenn wir Fach, wenn's um Fachwissen geht in meinem Bereich, meinem Fachbereich Nachhaltigkeitsmanagement, ähm, man muss auch die richtigen Fragen stellen können, ja, der KI.Ähm, und sozusagen dann diese letzte Schleuse hoffentlich, die ich nicht abgeben möchte, ähm, zu sagen, okay, was davon, äh, ist relevant und richtig und es gibt immer noch bei den teuersten und besten Modellen auch Halluzinationen und was ist sozusagen da wirklich dazu gereimt von der KI sozusagen.
Absolut.Also in dem Sinne hast du a wunderbares Beispiel auch aus Lehre und aus deiner Praxis, wo du sagst, wie sehr, ja, das jetzt schon entlastet auf einer Rechercheebene, auf einer Vorbereitungsebene.
Und, ähm, ich glaub, da sind, da würden jetzt ganz viele unserer Zuhörer werden uns da zustimmen, viele erleben das heute, denke ich, als Entlastung.Und jetzt gilt's a bissl so die Spreu vom Weizen zu trennen.
Du hast schon gesagt, wenn man zusätzliche Aktivitäten mit KI macht, dass man das eben schön sortiert und da braucht's Wissen, dass man sich da den richtigen Assistenten, da braucht's jetzt schon a bissi zu tun, aber dann kann es recht nützlich sein.
Mhm, ja.Und sind wir dann schon nachhaltig, ist jetzt a bissi die Frage.Was unsere Ressourcen lang vielleicht schon, oder was meinst du?Also ich, ich glaub, also für, für mich persönlich jetzt gesprochen und auch aus meiner Beobachtung, äh, aus einem Beraterinnen-Netzwerk, in dem ich tätig bin, wo hauptsächlich eben Klein- und Mittelunternehmen oder EPU, Ein-Personen-Unternehmen, äh, tätig sind, äh, nutzen es sehr viele, um ihre persönliche Arbeitseffizienz zu steigern und damit natürlich vielleicht auch im Sinne von der Nachhaltigkeit zu ihrer persönlichen Work-Life-Balance etwas Besseres beizutragen.
Wir wissen auch, dass ganz viele Ein-Personen-Beraterinnen, man kann niemandem was delegieren.Man ist sehr viel angehängt und sehr dicht angehängt.Oder auch in Kleinunternehmen, wo die Ressourcen nicht so da sind, dass man da die, äh, Mitarbeiterinnen ausschickt, die Arbeit zu machen.
Also da sehe ich schon den Aspekt, äh, im Sinne von sozialer Nachhaltigkeit, wenn du so willst, Work-Life-Balance, äh, die Themen, dass das das stärken kann.Vorsichtig eingesetzt natürlich immer und mit Bedacht eingesetzt, weil auf der anderen Seite, äh, lesen wir auch die Studien, wo wir sehen, dass wir dadurch, dass es so leicht verfügbar ist, immer mehr prompten und immer mehr machen und uns dann in dem Durcheinander auch nicht mehr zurechtfinden.
Also in dieser Falle bin ich auch schon mal getappt, ja.Ein Rabbit Hole, wo man hineinfällt und dann irgendwie vier Stunden später hat man irgendwas Komisches programmiert, was man eigentlich gar nicht braucht und nie wieder verwenden wird und sich gedacht, was ist jetzt mit meiner Zeit passiert?
Genau.Danke für diese Ehrlichkeit.Natürlich ist uns das allen schon passiert.Der Podcast betont ja immer wieder, dass man vom Experimentierstatus hier mit Personen reden, die schon zwei, drei Schritte weiter sind.
Du hast uns ja auch schon geschildert, dass du das bist.Insofern, ja, das ist toll.Du bist in einem Netzwerk und kannst vielleicht auch dort dein Wissen anderen EPU schon weitergeben.Auch das ist ja sehr nachhaltig vielleicht, gell?
Hm, was ich gerne noch dich gefragt hätte, weil, weil du jetzt gesagt hast, man schickt dann Anfragen los oder lässt über Nacht laufen, um dann Vibe Coding oder so was zu betreiben oder Dinge zu erstellen.
Mir, w-- ich würd's gern jetzt, weil's zur Nachhaltigkeit gehört, als eine Frage mit hineinnehmen, die vom Strombedarf.Also ich weiß jetzt halt die Dinge, die man liest.Eine Suchanfrage in Chat-GPT & Co braucht ungefähr zehnmal so viel Strom und Rechenressourcen wie eine Google-Suche.
Aber das geht ja natürlich mit Bild und Video und was du jetzt noch genannt hast, Programmieren natürlich noch viel, viel weiter.Magst du uns da mal mitnehmen?Gibt's da Anhaltspunkte, was der Fußabdruck von KI so ist und ob der sehr stark variiert nach Anwendung oder Anbietern?
Also, ähm, ich ge, nehm deine Hörerinnen und uns alle gerne ein bisschen mit auf der Reise, mit, mit der, äh, Vorbemerkung als Einschränkung leider, dass sehr wenige konkrete Zahlen echt veröffentlicht sind.
Also wir bewegen uns, so wie du gesagt hast, sehr oft in diesen Multiplikator faktoren.Also wir wissen, eine Google-Suche braucht ungefähr so viel CO₂ und wir sagen dann, eine normale Anfrage in einem KI-, äh, Tool gängiger Art, was in den USA liegt, ist ungefähr das Zehn- bis Fünfzehnfache.
Wenn wir dann sagen, wir wollen ein Bild generieren, dann kommen wir schon aufs Hundert- bis Tausendfache, je nachdem, wie aufwendig das ist, was wir uns wünschen von dem Large Language Model und sozusagen an der obersten Spitze des Ressourcenverbrauchs und wirklich sehr intensiv an Rechnerleistung ist, ähm, die Generierung von Videos.
Ja.Und aus zwei Gründen: Einerseits braucht sozusagen die KI sehr viel Zeit und eben, wie man so sagt, Tokens, aber eben Rechnerleistung, um's zu generieren.Andererseits hat auch das Training, weil wir haben auch einen Fußabdruck, der schon allein dadurch entstanden ist, dass diese Modelle trainiert wurden, also dass die gelernt haben, überhaupt Bilder zu verstehen, Texte zu analysieren.
Äh, dieses Training braucht auch viel mehr Zeit, mehr Zeit und viel mehr Ressourcen, das Bildtraining, als ein Texttraining.Also die Texttrainings sind de facto abgeschlossen.Da entwickeln sich die Modelle nicht wirklich groß.
Groß weiter, schon weiter, aber die Bildtrainings passieren immer noch, gerade für Video.Wir können uns das alles vorstellen, ein kleines Video, wie komplex das sein kann mit Schnitten und da müssen alle Synchronisationen passen bei Ton.
Also das ist dann in der, in der Kategorie sehr aufwendig.Und da ist immer mein Ratschlag jetzt auch eben durch die Nachhaltigkeitsbrille, sich vorher einfach noch mal zu überlegen, was sozusagen brauche ich wirklich und nicht zum Spaß drauf loszuprompten, dass ich dann zehn Videos hab und dann nehme ich, brauche ich aber eigentlich nur eins und die anderen habe ich zum Spaß gemacht, weil dann meine, meine Ressourcen noch mal verzehnfacht.
Da darf ich vielleicht ganz kurz einhaken.Ich hab in der letzten Folge mit einer Designerin gesprochen, die sogar 'n Preis gewonnen für ein Musikvideo, ein KI-generiertes, aber eben vornehmlich auf der Bildgenerierungsebene arbeitet.
Und wir haben dort in der Folge dreißig betont, dass es eben darum geht, ein sauberes Briefing zu machen.Und wenn ich eben festlege, wie denn genau das eben für mein Unternehmen sein soll, sind die Chancen nicht nur auf Reproduzierbarkeit.
Nämlich wenn ich sag: „Ui, da hat jetzt a Kleinigkeit nicht gestimmt und ich möcht das jetzt nachschärfen", dann bin ich nämlich vielleicht schon beim zweiten Mal am Ziel angelangt.Während wenn ich jetzt einfach nur, hm, ins Blaue reinschreibe und sagst: "Mach mal, generier mal, ungefähr so soll's sein", werd ich eben zehnmal brauchen, um beim vernünftigen Ergebnis anzukommen, wenn's überhaupt eines gibt und hab zehnmal Ressourcen verbraucht.
Ja, das muss aus eigener Erfahrung sagen, ich hab das wirklich auch abgestellt, Videos zu machen, also wirklich aus Ressourcengründen.Betrifft meine Zeit genauso wie die Rechenzeit.Mache ich nicht mehr.
Eben, hab andere Dinge, da bin ich sehr gut und in der bin ich nicht so gut.Da würde ich, ja, da würde ich sofort zum Profi gehen, mit dem über, über das Briefing sprechen.Ich weiß, viele Eckpunkte, da aber einfach so würde ich jetzt da nicht tausende Tokens verbrauchen wollen.
Und wir sind ja auch alle eingebettet.Also ich spreche jetzt wirklich als jemand, der lange Zeit in, in einem Unternehmen tätig war und jetzt selbstständig, äh, als EPU ist man stärker auf Netzwerke angewiesen.
Und was man natürlich auch verliert durch diese Videogenerierung, ist so wie du sagst, dass ich mich nicht mehr mal überlege, wer in meinem Netzwerk hat denn Designerfahrung?Wer kann denn das eigentlich?
Ist vielleicht auch ein EPU und ist auch angewiesen auf a, a kleines Geschäft oder auf einen kleinen Auftrag, den ich ja doch auch geben kann als EPU.Das heißt, wir sehen ja, also wenn man in die USA schaut, sieht man schon sehr stark, da, da, was da so ein bisschen herbeigeschrieben wird, der, der Tod sozusagen der Creator Economy, also dieser kleinstrukturierten, äh, Kreativwirtschaft, ja, die es jetzt sehr früh trifft leider.
Und da sag ich, ist es eine soziale Frage auch für mich zu sagen, das gebe ich jetzt nicht einer in den USA von einem amerikanischen Konzern generierten Modell, sondern überleg mal in meinem Kolleginnenkreis, wer könnte das machen.
Dann kann man sich immer noch entscheiden.Man braucht eine KI dafür, weil man sich keine Filmproduktion leisten kann, aber man ist, bleibt in seinem Ökosystem.Man geht ein bissl vielleicht aus meiner Sicht, ich möcht's nicht so pathetisch sagen, aber verantwortungsvoller damit um mit der Entscheidung, die man da trifft.
Und dieses einmal vielleicht zurücktreten und nachdenken ist so ein bissl meine Grundempfehlung, ja, zu schauen, ist das wirklich jetzt, jetzt notwendig.Also es gibt ganz viele Dinge, wo ich überzeugt bin, dass ich sag, würde ich sofort wieder mit KI machen, aber es gibt auch ganz viele Dinge, wo ich in dieser Erfahrung, die ich halt da so vor mich hin sammle, mir denk, und der Kreativbereich ist wirklich einer davon, wo ich, äh, eigentlich gelernt habe, da wär's mir lieber, ich krieg einen Ratschlag von einer echten Person, wenn ich jetzt mein Foliendesign überarbeite oder, oder auch mir überlege, welche Farbe passt zu irgendeinem, äh, Produkt oder zu einer neuen Webseite, als mich da auf KI-Empfehlungen zu verlassen.
Also ich kann es nur ganz, ganz, äh, dick unterstreichen.Ja, die Kreativwirtschaft, wie du richtig sagst, ähm, da, da gibt's viele Menschen, die darauf angewiesen sind.Und ich möcht's gern vergleichen mit, wenn ich nicht mehr regional in den Shop nebenan meine Lebensmittel oder meine Textilien oder was immer einkaufen gehe in dem Ort, dann werd ich bald a relativ ausgestorbenes Ortsbild haben und nur mehr wenige Anbieter und, und hab, hab damit beigetragen, dass der Ort mehr ausstirbt.
Und ich denk, dass wir uns da gewahr werden dürfen, sehen wir ja schon durch den Onlinehandel, denk ich einmal, dass wir sagen, wir sollen stationären Handel, sagt man, gell, unterstützen.Ja.Und genau diese Denke braucht's jetzt auch für die Kreativwirtschaft.
Danke für diesen Hinweis.Mhm.Ja, also ich bin auch für den, für das tolle Fotoshooting vom Fotografen.Es, es werden sich die Tätigkeitsbereiche verändern, das ist klar.Auch ich werd nicht mehr zum Texte schreiben gebucht, sondern zum Konzepte und Strategien machen, die dann teilweise mit KI auch weiter umgesetzt werden.
Erst dieses, die Zielrichtung, die Strategie, die soll, muss wirklich menschengemacht sein, damit's in eine gute Richtung geht.Du hast schon eingangs bei den Recherchen beschrieben.Mhm.Ja.Dann hätten wir vielleicht auch, wenn ich so den Kreis da ein bissl spannen darf, wenn wir diese Effizienzgedanken, wenn wir den da betrachten, haben wir schon gesehen.
Wenn ich jemanden frag, der was versteht, bin ich vielleicht mit ein, zwei Anläufen viel schneller am Ziel als ich mein.Ich, wo ich vielleicht keine Ahnung von der Videogenerierung hab oder wenige Ahnung, muss das jetzt selbst alles machen.
Da verbrauche ich meine Zeit und die anderen Ressourcen.Und wenn wir das ein bissi kritisch betrachten, du hast schon mal ein lustiges Beispiel erzählt und im Nachhinein hab ich dann schmunzeln müssen, weil ich das auch schon erfahren hab.
Bitte erzähl mal von dieser Besprechung, in der du warst, oder?Ja, also es war in der Tat eine Besprechung in ein, in dem assoziierten Netzwerk.Sehr viele Ein-Personen-Beraterinnen und Berater, sehr viele mit einem, äh, IT-Informations-Technologie-Hintergrund.
Und dann hat man sich da eingeloggt in das Teams und dann waren dann plötzlich neben den Beraterinnen alle noch mal gleich viele künstliche Assistenten sozusagen, die man ja jetzt so kennt, die dann das Protokoll mitschreiben, ja.
Das heißt, es gab dann zehn Beraterinnen, die miteinander geplaudert haben, zehn oder ein paar weniger vielleicht, aber doch sehr, sehr viele von diesen KI-Assistentinnen, die dann die Protokolle mitgeschrieben haben.
Wo ich mich dann immer frag: Wer liest das alles? Ja, es wird dann zehnmal, wenn man so will, produziert. Dabei müsste man ja die Protokolle alle noch abstimmen, weil wir wissen ja auch da wieder, dass eine KI vielleicht das anders protokolliert, dasselbe Thema, das Gesprochene als eine andere.
Das heißt, gibt's am Ende überhaupt ein gemeinsames Wissen?Also da tun sich so viele Fragen für mich auf und es ist wirklich so ein skurriler Auswuchs und den nehm ich halt sehr stark wahr.Also drum war das so pointiert erzählt auch, weil das ist so ein etwas, wo viele damit herumprobieren.
Man wird wahrscheinlich merken, dass diese ganzen Daten, die man da generiert, dass man da nie wieder reinschaut. Und ich glaube, dann wird dieser Hype auch wieder ein bisschen zurückschwappen und man wird wieder ganz entweder händisch analog, wenn man irgendwo bei Veranstaltungen ist, halt wieder, in ein Notizbuch sich seine Notizen machen und nicht mehr alles digital mitlaufen lassen.
Also finde ich auch, die Frage des Datenschutzes ist da auch ganz stark, weil wenn wir uns da zu zehnt treffen, müssten ja alle auch jetzt hier wieder, wieder zustimmen.Zustimmen.Ja.Absolut richtig.
Also ich, ich denke, dass das ein ganz wertvoller Punkt ist, weil wir Wildwuchs erleben, jeder lasst jetzt etwas mitlaufen und darf ich das überhaupt? Soll ich das? Und da sollten wir zu etwas wie Hygienefaktoren kommen.
Genau, dass wir sagen: Wer von uns führt das Protokoll? Also welcher KI-Assistent, wo stellen wir es hinein? Ist jeder einverstanden? Und dann wunderbar, dann können wir alle darauf zugreifen.
Ja.Das muss jetzt einfach wieder Einzug in Diskussionen oder in, in Besprechungen, denke ich, halten.Ja.Oder auch ganz klassisch früher in Gruppen, wo keine Assistentin dabei gesessen ist, wie vielleicht in Großkonzernen, hat man sich auch einfach ausgemacht: , wer macht ein Ergebnisprotokoll?
Und das hat auch lange Jahre funktioniert und hatte auch noch den Vorteil, dass man wahrscheinlich noch besser abgestimmt hat, die Ergebnisse und ein gemeinsames Verständnis der Ergebnisse hatte.Also, wir bemühen uns darum, also jetzt ganz klassisch, dass sozusagen, wenn wir bei Kundinnen und Kunden sind, machen wir das ja auch alle, dass wir sagen: "Okay, was haben wir uns jetzt vorgenommen fürs nächste Mal?" Also ich glaube, da wird, wird schon ein bisschen sozusagen die Illusion, dass da Arbeitserleichterung entsteht, wird, glaube ich, bald einmal ein bisschen, nüchterner betrachtet werden von vielen.
Genau.Und dann kommt die Effektivität dann vielleicht zum Einsatz.Genau.Genau, weil wir das hinterfragen, wie du gesagt hast, und wiederum ein Schritt in dieses gemeinsame Wissen und man kann wieder was weglassen, was vielleicht Ressourcen vorher gebunden hat.
Genau.Aber auch aus wenig mehr ist nicht immer das Beste, wenn es um solche Geschichten geht.Genau.Und aus der Nachhaltigkeitsdebatte kommend, gibt's das ja gut untersucht, diesen sogenannten Rebound-Effekt.
Das heißt, dass Effizienzsteigerungen dazu führen, dass eigentlich am Ende mehr genutzt wird, mehr konsumiert wird.Das sieht man sehr gut, also sozusagen durch die wissenschaftliche Brille bei der KI in der Stufe, wo sich die Entwicklung jetzt gerade befindet und wo auch wir, viele Menschen, ja, muss man ehrlicherweise sagen, auch noch oft am Anfang stehen.
Ja, also grad halt ein bisschen chatten mit einem dieser, KI-Bots und noch nichts programmiert haben oder so.Ja.Also wir sind grad vielfach noch in dieser Phase des Ausprobierens und das ist üblicherweise eben oft auch eine, wo dann das Pendel gerne mal in die Richtung schlägt: Ja, probieren, probieren, probieren, auch wenn jetzt nicht direkt das Ergebnis ganz nutzbar ist.
Ja, verstehe.Absolut.Ist menschlich, aber eben, wir wollen dann ja doch irgendwann als Unternehmer auch einen Schritt weiterkommen und danke für diese Hinweise.Wenn wir jetzt von dieser ökologischen, Sicht, ja, und auch zeitökonomischen Sicht, aber zur sozialen Sicht wechseln, weil du hast ja schönerweise gesagt, dass du dich auch mit sozialen Fragen beschäftigst: Mmm, was macht es denn mit uns als Menschen oder eben als Zusammenarbeitende in einer Firma oder auch in einer Universität, in einer Agentur, wohin auch immer wir schauen, wenn diese einfachen, sagt man immer, Tätigkeiten, diese Routinetätigkeiten, von denen man sagt, die sind lästig, ja, die möchten wir gerne automatisieren und loswerden.
Wenn die jetzt alle automatisierbar sind, sagen wir mal einfach beim Notar oder Steuerberater, ist die Dame, die Hallo sagt zu dir oder mir, wenn wir reinkommen und sagen: "Ja, der Herr sowieso oder die Frau sowieso ist jetzt gleich frei.
Wollen Sie inzwischen Platz nehmen?Darf ich Ihnen was bringen?" Diese menschliche Komponente am Empfang, Rezeption, Telefonzentralen, jede Terminvereinbarung, auch wir beide haben ja, glaube ich, die Termine digital vereinbart.
Ja.Aber eben Assistenztätigkeiten oder wenn ich an eine Agentur denke, diese Praktikanten- und Juniorstellen, wo jemand viel sitzt, viel sortiert, viel schaut, viel zuhört und auffangt, was so zwischen den Zeilen ist, wenn das jetzt ganz viel die KI.
Was bedeutet denn das? Ja, das kannst du dir jetzt denken.Da habe ich keine abschließende Antwort.Es ist meine Beobachtung ein wenig vielleicht.Also ich glaub, ich, ich komme vom Fachgebiet ja auch aus dem sogenannten Stakeholder Engagement.
Das heißt, ich moderiere viel.Es geht sehr viel um Einbindung von Personengruppen in unterschiedliche Prozesse und ich glaube zum Beispiel deshalb, dass uns die Empfangsdame oder der Empfangsherr nicht abhanden kommen wird, weil ich glaube, dass dieser Wert wär: „Guten Tag, was kann ich für Sie tun?
Nehmen Sie Platz." Das, ich glaub da fest daran, dass diese menschliche Komponente, wo man noch eine Moderation braucht, wo man zusammenkommt, wo man sich sieht, dass uns die erhalten bleiben wird.Ja.
Allerdings diese vielen Supportarbeiten, die im Hintergrund von Unternehmern, Großunternehmen oder Agenturen jetzt stattfinden, ja, da nehmen wir wahr oder dann hört man und liest man, dass da schon sozusagen aus Effizienzgründen oft keine Studienabgänger mehr eingestellt werden, dass es weniger, Werksstudentinnen gibt, dass es weniger Praktika gibt.
Ja.Und das w-wird uns als Gesellschaft oder aber auch ich glaub ganz konkret den Unternehmen dann schon irgendwann mal die Frage eröffnen und ich hoffe, sie kommen vorher drauf, ach, dass, okay, wenn ich jetzt keine Juniors mehr im Unternehmen hab, die sich irgendwie entwickeln können, die lernen, irgendwann mal noch Fehler machen können auf diesen untersten Stufen- Und wo kommen dann die Seniors, der Zukunft her, wenn die sozusagen die ältere Generation nicht mehr sozusagen im Arbeitsleben steht?
Oder auch, wie kommt überhaupt diese-- wir wissen, alle Generationen verändern sich und denken anders über die Jahrzehnte, ja.Wie, ich verliere das Wissen, wenn ich keine Juniors von der Generation Z oder danach kommend im Unternehmen habe und einfach mitbekomme, wie die ticken.
Also ich glaube schon, dass diese Fragen, die werden, glaube ich, von den Nachhaltigkeitswissenschaftlern, von den Sozialwissenschaftlern, also da habe ich jetzt ein bisschen meinen wissenschaftlichen Hut auf, werden die schon aufgeworfen.
In der Praxisdiskussion des unternehmerischen Alltags sind sie nicht so präsent.Und ich will damit nicht sagen, dass wir nicht, glaube ich, diese Effizienzsteigerungen suchen sollen und dass man diese Optimierungen nutzen soll.
Mein Punkt ist schon, wie auch du schon so erwähnt hast vorher, dass man halt drüber nachdenken sollte, was macht Sinn und aber eben auch nicht nur, was ist jetzt für mich heute effizient als Unternehmen, sondern ist das nicht jemand, wo ich-- früher hatte ich vielleicht eben jemanden, der dann später in einer anderen Rolle war, die Person, auf die verzichte ich dann.
Ja, aber brauche ich die nicht vielleicht?Ja.Also das ist für mich schon eine Debatte, glaube ich, die jetzt, stärker geführt werden wird, hoffentlich auch in Zukunft.Aber wir stehen da ganz am Anfang, habe ich das Gefühl.
Ich fühle das jetzt ganz nlich wie du.Ich denke, dass es menschlich ist und wir alle sind eben in einem Lernprozess drinnen und das betrifft die Unternehmen, die diesen Podcast hören oder die Unternehmer, Unternehmerinnen ja auch.
Wir haben jetzt, denke ich, einen wichtigen Punkt berührt und danke, dass du den so ansprichst.Man soll sich das wirklich überlegen, was man alles wegrationalisiert, weil da kommen ja die Horrormeldungen, wenn man so will, her.
Die Stellen werden nicht nachbesetzt, die, entlassen so und so viele Mitarbeiter, die vorher in der Hotline oder sonstigen Beratungstätigkeiten waren. In der Finanzindustrie kann man Vieles aufbereiten.
Ist ja vielleicht eine nliche Tätigkeit, wie du sie zu Beginn dieser Serie beschrieben hast, viele Finanzdienstleistungen zu screenen.Nur dann eben muss das ja der Mensch machen.Und jetzt haben wir die spannende Frage, denke ich, aufgetan.
Du bist ja der Experte, der das alles beurteilen kann. Du hast Lebens- und Arbeitserfahrung.Und jetzt haben wir gerade gesagt, der Junior, der sie nicht machen darf, diese Lebenserfahrung und Lernerfahrung im Arbeitsumfeld.
Wie soll der dann später das beurteilen können? Das heißt, was wir züchten, ist eine unkritische, unreflektierte Umgang mit Information, was ja dann kein Wissen darstellt und schon gar keine Kompetenz dann draus ent-entwachsen kann.
Und da denke ich, dürfen wir von der Schule vielleicht auch lernen, weil die haben ja jetzt bereits diesen Bedarf, dass die Kinder, wenn sie dürfen ChatGPT verwenden, natürlich abschreiben und nicht mehr nachdenken, wie sie es dann übersetzen würden, sondern schreiben sie es aus dem Handy ab.
Also da ist jetzt der Umgang wirklich auch wieder ganz differenziert. Man darf da nicht alles über einen Kamm scheren. Und dennoch glaube ich, dass wir da in der, inmitten einer wirklich spannenden Entwicklung sind.
Ja, und ich, ich denke auch in dem, in dem Kontext, dass das, was du jetzt noch mal gesagt hast zum Lernen und am Anfang zum Lernen, m, wir, wir lernen ja im Prinzip immer weiter auch als Menschen.Oder wir-- viele wollen das und wir sollten das.
Und es gibt schon die ersten Untersuchungen, also interessanterweise aus dem Medizinbereich, wo KI schon sehr früh eingesetzt wurde für Erkennung und dort sicher auch besser war als manche beim Röntgenbilder lesen, aber sich dann jetzt schon begonnen hat, dieser Gap des Wissens aufzu, aufzutun, weil eben die Ärztinnen und Ärzte nicht mehr gemeinsam davor sitzen, sondern sich hier auf die Analyse verlassen und dann im Prinzip auch in einem, in einem Beratungsgespräch oder in einem Gespräch mit den, mit den Patientinnen, ja auch dann irgendwie ihnen fehlt dieses Wissen, dieser Diskurs.
Und das ist eben auch wirklich eine große Herausforderung, hier die Gradwanderung zu finden.Da habe ich ein, zwei Studien gelesen, dort wurde das schon ein bisschen untersucht und konnte das auch schon nachgewiesen werden, dass das im Prinzip negative Auswirkungen hatte in dem Kontext, der ärztlichen Praxis.
Aber, m, so was nliches könnten wir auch woanders erleben.Aber ein, ein gutes Beispiel auf der anderen Seite vielleicht, wo wir auch sehen, dass-- also ich habe mit einem, mit einer großen Sozialorganisation in Österreich gearbeitet, wo es auch darum ging, wie wenden wir die KI an, was machen wir und was tun wir?
Und die dieses Stufenmodell, was die haben, genutzt haben, um ihre Mitarbeiterinnen wirklich sehr stark zu sensibilisieren.Also wenn du einen Chatbot verwenden willst, dann musst du diesen Test machen und da haben sie ein paar Informationen reingepackt.
Wenn du das mehr nutzen willst, dann hast, musst du an Workshop, glaube ich, sogar gehen.Und wenn du richtig mit der dritten Stufe des, der KI-Nutzung, da geht's dann auch Transkription, um, um Dinge, die halt wirklich sensibel sind, dann, gibt's noch einmal eine weitere Weiterbildung.
Also die nutzen die Einführung von dem System gleichzeitig für die, für die Weiterbildung der Kolleginnen und Kollegen. Und das ist ja dann eine Weiterbildung, die nicht im Unternehmen bleibt.Die Kolleginnen wenden dann privat auch die KI bewusster an.
Und das finde ich so spannend, wenn wir das nicht sozusagen nur als die Lösung sehen, wo wir alles reinkippen, sondern als die, wo wir parallel auch gehen, dass wenn wir uns weiterbilden, dann gewinnen wir beide.
Also wir werden effizienter, aber wir werden ja auch als Menschen gescheiter. Ja dann fände ich, dass man da einen guten Weg geht, wenn man diesen Weg einschlägt.
Ja, stimmt.Also dieses Lernen und, und sich Weiterentwickeln hat natürlich den absoluten Wert für uns Menschen.Lernen wir von der Schule an beziehungsweise ich lerne schon mein ganzes Berufsleben, wie digital geht.
Wenn wir eben da sagen, wie sich dieses Wissen und dieses Lernen so aufbaut, was hättest'n du da noch für 'n Gedanken für uns vielleicht?Ja, ja, ich glaub einfach, das nicht zu vergessen.Genauso wie du sagst, viele von uns, äh, lernen laufend.
Ich mein, lernen ist schon ein bissl was anderes, als nur drüber zu lesen.Also sich wirklich bewusst auch zu machen: Ja, das sind, ist ein neues Skillset, wenn man so will.Es sind neue Kompetenzen, die man sich ein bissl aneignen muss.
Und das ist vor allem ja dieses, wie wir vorher schon gesagt haben, dieses genaue Hinschauen, dieses, der, der Human in the Loop, wie die, wie die Amerikaner dazu sagen.Also dieses, die menschliche Kontrolle oder der menschliche Einfluss oder der menschliche Filter auf das, was die Technik produziert, das kann man üben, kann man lernen.
Man muss bissl über die zugrundeliegenden Mechanismen vielleicht lernen, aber das ist, glaub ich, etwas, das sollte man nicht aus den Augen verlieren. Sei es jetzt für sich selbst.Also ich bemüh mich da aktiv und ich seh viele EPU- und Kleinstberaterinnen, die eben auch versuchen, sich da in ihrem Fachgebiet weiterzubilden und zu schauen.
Und eher leider skeptisch bin ich dann immer eher momentan bei sehr großen Unternehmen, die irgendwie, hab ich Gefühl, manchmal davon ausgehen, dass die Mitarbeiterinnen dann eh damit umgehen können, aber eigentlich braucht's dort auch Weiterbildungsprogramme, um wirklich den Kolleginnen und Kollegen zu helfen, das auch in ihrem Arbeitsleben anzuwenden, ja.
Weil wir Kleine, ja, wir kennen unser Arbeitsleben, wir wissen, was wir brauchen und wir schauen, dass wir uns dann auch so selber weiterbilden.Bei größeren Institutionen, glaub ich, ähm, muss es erst noch ein bissl sickern, dass es diese Weiterbildung auch braucht.
Super interessant.Ich hab nämlich bisher ganz gegenteilige Beobachtung gemacht, nämlich dass die Großen, ob Produzierende oder in Industrie, die haben so viel KI-Dinge schon in ihren Produktions- und sonstigen Prozessen stecken, dass vielleicht gar nicht Bedürfnis oft so da ist von den einzelnen Mitarbeitern, weil die ja das schon mitnutzen, diese maschinellenernen Systeme, während aber diese EPUs diese Notwendigkeit haben, wir haben ja oft unsere Prozesse nicht so systematisiert.
Und genau das ist so meine Beobachtung, was es EPUs meistens schwer macht und ich glaub, da wär total cool, a Initiative auch zu haben.Äh, wir erleben das da in Tirol bei verschiedenen Arten von Treffen, natürlich von der Wirtschaftskammer und anders organisierte, wo sich Unternehmer treffen und man merkt, dass die meisten einfach völlig am Anfang stehen und sagen: „Boah, keine Ahnung, was ich jetzt machen soll." Und dann tritt was ein, das ich nicht so ganz ideal finde.
Und zwar, sie sagen dann: „Ich wart jetzt mal, was die anderen machen und dann mach ich das einfach auch." Oder sie fragen nach: „Welches Tool kann mir diese Arbeit abnehmen und erleichtern?" Das heißt, die wollen um das Lernen und diesen Prozess, den man jetzt braucht, sich damit auseinanderzusetzen, irgendwie drum rumkommen, weil's natürlich mühsam ist, weil's natürlich Zeit kostet, weil's natürlich Aufwand ist, weil's Ressourcen bindet und sagen, zeigen mir doch den kürzesten Weg.
Also das mag in manchen Dingen zum Ziel führen, aber in vielen nicht.
Roman, ich danke dir für das Gespräch!