Vom Hype zum Handeln

#30 Bildgenerierung mit KI: Warum gutes Design mehr braucht

Episode Summary

In dieser Folge von „Vom Hype zum Handeln" spricht Petra Liebl mit Désirée Ossanna-Arzic, Grafikdesignerin und Expertin für visuelle Kommunikation, über KI-Bildgenerierung – und über die Frage, warum ein generiertes Bild noch lange kein gutes Design ist. Im Mittelpunkt steht ein Perspektivwechsel: Das fertige Bild ist nur ein kleiner Teil eines viel größeren kreativen Prozesses. Cool auszusehen und markenwirksam zu sein, sind zwei verschiedene Dinge – und während die viralen Trends von Action-Figuren über Anime-Porträts bis zur Lego-Version schnell Aufmerksamkeit erzeugen, sagt diese Aufmerksamkeit noch nichts über die Wirkung auf die eigene Marke aus. Anhand konkreter Beispiele aus der Designpraxis – vom erkennbaren „KI-Einheitslook" generierter Flyer über die Bedeutung eines präzisen Briefings bis zur Kombination von KI mit echten Fotos und Photoshop – zeigt das Gespräch, wo Unternehmen wirklich ansetzen müssen. Dabei wird deutlich: Der Output ist nur so gut wie der Input. Wer der KI nur einen knappen Befehl gibt, verliert Reproduzierbarkeit und Eigenständigkeit – und sieht am Ende aus wie alle anderen. Wer dagegen Tonalität, Licht und Stimmung sauber definiert, kann einen Look konsistent über die gesamte Kommunikation abrufen. Désirées Fazit: Erfolg entsteht nicht durch das nächste coole Bild oder das nächste Tool, sondern durch eine eigene Bildsprache, ein durchdachtes Corporate Design und das menschliche Urteilsvermögen, das den Output einschätzt. KI ist dabei ein starkes zusätzliches Werkzeug – kein Ersatz für Konzept und Haltung. Wer seine Marke versteht, bleibt unabhängig vom perfekten Prompt und vom nächsten Tool-Update; wer nur Trends hinterherläuft, wird austauschbar. Über Désirée Ossanna-Arzic Désirée Ossanna-Arzic ist seit über 15 Jahren Grafikdesignerin und beschäftigt sich mit voller Leidenschaft mit KI in der visuellen Kommunikation. Ihr Motto: „Umsetzen, vermitteln, anwenden.“ Désirée vermittelt Wissen in Workshops für Kreative oder entwickelt KI-Strategien für Unternehmen. Sie ist Jurorin bei den AI Design Awards in Barcelona und wurde Anfang 2025 selbst für ein vollständig KI-gestütztes Musikvideo als bestes emotionales Video ausgezeichnet. In ihren Workshops verbindet sie spielerischen Einstieg mit professioneller Konzeption – und sie organisiert offene KI-Treffs in Tirol sowie eigene Events im Raum Kufstein. https://www.desiree.at

Episode Transcription

Folge 30 von Vom Hype zum Handeln, dem Podcast für Wandel im Zeitalter der digitalen Transformation.

Heute werfen wir einen Blick auf ein Thema, das 2025, 26 kaum zu übersehen war. Und zwar KI-generierte Bilder. Die sind in vielen Stilen an uns vorbeigehuscht. Es ist ein regelrechter Hype um Anime-Portraits, Actionfiguren oder Sammelkarten, Lego-Figuren entstanden.
Warum? Weil mit wenigen Klicks heute Bilder entstehen, die man vor wenigen Jahren noch Design- oder Photoshop-Kenntnisse gebraucht hätte, um sie erstellen zu können. Und daraus entsteht ein spannender Kontrast. Auf der einen Seite kann plötzlich jeder Bilder erzeugen, die cool aussehen.
Das heißt aber noch längst nicht, dass es sich dabei um gutes Design handelt. Denn ein Bild zu generieren ist eine Sache, es professionell einzusetzen im richtigen Stil mit einer klaren Botschaft , das ist etwas ganz anderes. Und genau darum geht es heute. Wir fragen: Was bleibt vom Hype diese KI-Bilder oder Animes, wenn wir auf professionelle Gestaltung schauen?
Wo hilft uns KI da wirklich? Wo wird es beliebig? Und wann braucht es doch Designkompetenz, Erfahrung und ein geschultes Auge? Ich bin Petra Liebl und spreche heute mit Désirée Osanna-Arzic, Designerin und Expertin für visuelle Kommunikation. Ich möchte von Désirée wissen, was KI-Bildgenerierung heute wirklich kann, wo Unternehmen vorsichtig sein sollten und ob Bildgenerierung vielleicht nicht doch der kleinere Teil eines ganzen kreativen Prozesses ist.
Hallo, Désirée. Du hast als Designerin schon viel erreicht. ich glaube, du hast sogar einen Preis gemacht für ein Musikvideo. Magst du uns da was dazu erzählen und was du sonst schon alles so gemacht hast?
Genau, also ich bin ja seit über fünfzehn Jahren Grafikdesignerin und die letzten zwei, drei Jahre sehr intensiv, auch mit KI mit voller Leidenschaft dabei.
Und neben meiner Arbeit als Grafikdesignerin in Kombination mit KI beschäftige ich mich auch viel damit: Wie kann man KI im künstlerischen Kontext einsetzen? Und bin da auch zum Beispiel bei der Jury bei den AI Design Awards,
die hier jährliche Preise vergeben und die besten Werke auszeichnen in diesem Bereich und habe auch selbst schon mal, eingereicht bei einem anderen Wettbewerb, ein KI-generiertes Musikvideo. Und bin dafür das beste emotionale Video ausgezeichnet worden.
das klingt ja cool. Wann war denn der Preis?
Also das war Anfang zweitausendfünfundzwanzig ist es noch nicht so lang her, aber im Bereich KI ist es schon eine halbe Ewigkeit eigentlich. Genau, und ich habe da von der Musikgenerierung bis zum Texte schreiben, also auch in Kombi mit KI bis zu den Visuals, die ich dann animiert und den ganzen Schnitt gemacht habe alles erstellt von Anfang bis Ende.
Okay, das ist jetzt, schon ein guter Einstieg gewesen, was alles dazugehört, gell.
Das ist ja mehr als nur ein Video, das man da so auf die Schnelle sieht. Danke für diesen kleinen Einblick. Desiree, vielleicht fangen wir mal so an: ich habe schon angesprochen, es hat da Lego-Figuren gegeben und Actionfiguren und was Gott, was alles. Und die Menschen, also auch ich, können jetzt plötzlich ohne Designkenntnisse hergehen und diese Stile anwenden.
Der Hintergrund ist, dass KI war ja schon vorher im Einsatz bei auch professionellen Programmen aber jetzt über diese Chatbots, jeder von uns kann sagen: "Ja, gib mir ein Bild im Sowieso-Stil", mit Lego-Verpackung oder, was auch immer.
Viele finden es lustig und ich find es auch total in Ordnung, wenn man das ausprobiert. Aber was ich mich frage und worüber ich gern mit dir sprechen würde oder deine Meinung mich interessiert: Was denkst denn du, wenn jetzt auf LinkedIn ein Unternehmer/Unternehmerin sich da als Comic darstellt
was sagt denn das über einen Unternehmer oder Führungskraft aus? Tut der- oder diejenige sich da überhaupt was Gutes, wenn man bei jedem dieser Trends da mitläuft?
Also grundsätzlich, ich bin ja eigentlich schon ein Verfechter davon, jeder soll sich da mal einarbeiten und einfach ausprobieren und auch Spaß dran haben.
Das ist ja der Grundsatz, den ich in meinen Workshops so grundsätzlich verfolge, dass man da mal mit Spaß rangeht. Wenn man das in einem professionellen Kontext dann aber so verbreitet, dann vergessen aktuell viele eigentlich so die Grundsätze. So passt es zu meiner Marke. Sind da irgendwelche rechtlichen Einschränkungen?
Also gerade jetzt so Stile zu kopieren, wie du gesagt hast, Lego, Disney und so weiter. Da steckt natürlich auch ein rechtlicher Hintergrund, dahinter, den man ja eigentlich nicht einfach so kopieren darf. Und das haben bei diesen Trends oft viele leider vergessen.
Mhm. Da sprichst du ganz einen wichtigen Punkt an.
Den stellen wir jetzt aber, nachdem wir beide ja keine Juristinnen sind, a bissl zurück. Ich werd dann noch vielleicht im Verlauf des Gesprächs was sagen zu der Bilderkennzeichnung. Aber ja, ähm ein schneller Prompt verleitet vielleicht dazu, dass man da wirklich schon Urheberrechtsfragen
gerät.
Mhm.
. Wir, wir stellen aber fest, dass die Bilder unheimlich gut funktionieren, also gefühlt jeder postet so was und kriegt dann relativ viele Likes drauf. Warum reagieren Menschen auf solche Bilder so sehr?
Also in der Werbung und gerade auch in der visuellen Werbung funktioniert natürlich alles gut, was irgendwie so einen Bruch der Normen darstellt. Und gerade jetzt auch mit diesen KI Tools kann man so was recht schnell herstellen und recht einfach herstellen.
die Aufmerksamkeit, die man damit erreichen kann, ist aber natürlich nicht immer positiv dann auf Dauer für die eigene Marke zu betrachten. Also das muss man oft ein bisschen differenzierter sich auch anschauen.
Ja, danke, dass du da so klare Worte dafür findest, weil ich beobachte es jetzt, ich unterrichte ja seit, zwölf Jahren oder so zu Social Media und da haben wir ja diese Trends auch schon gesehen.
Da gibt's halt dann irgendein trendendes Video und dann machen viele denselben Stil, weil man halt über Interaktionen oder Reichweite kriegen will. Was das dann für die eigene Marke bringt, tendiert dann gegen null. So versteh ich dich jetzt auch hier, wenn man sagt, Comicbilder von sich selber zu erstellen.
Mag jetzt, zu wem's passt, in Ordnung sein, aber ansonsten ein bissl vorsichtig sein, weil ja nicht heißt, dass ich da als Marke unbedingt davon profitiere.
Genau. Also das ist ja auch ein grundsätzliches Thema, glaube ich, auf Social Media. Also ich kann jetzt grundsätzlich auch von meinen Kunden vielleicht ausgehen oder so in meinem Umfeld. Wir sind ja doch recht oft Unternehmen, wo es natürlich um die Regionalität geht, wo es um Qualität geht und da bringt oft nicht die große Klickzahl das gewünschte Ergebnis, sondern einfach nur, dass die richtigen Leute mit der richtigen Botschaft erreicht werden.
Und das ist halt meistens eben nicht ein schockierendes KI-Bild und nicht irgendein viraler Trend, der da mitgemacht wird, sondern da steckt dann schon viel mehr dahinter, was man beachten sollte.
Genau. Ähm, wir kommen ja beide aus der Kommunikation. Du sehr designlastig, ich sehr konzeptionell und textlastig. Und wir beschäftigen uns beide damit, was es denn braucht, damit etwas zur Marke Passendes nach außen gelangt. Und mir erscheint jetzt, zuerst waren's eben die Texte, weil man da sehr eloquent Texte schreiben und jetzt ziehen halt diese Bildgenerierungstools nach, zuerst war's vielleicht Gemini, dann ist es vielleicht ChatGPT. Die überholen sich ja gegenseitig dann mit irgendwelchen Dingen, die sie können. Und das verleitet offensichtlich viele, das dann halt auch zu probieren, was in Ordnung ist im privaten Kontext, aber ich glaub, ich hab dich jetzt richtig verstanden, im Professionellen würdest du eher Abstand nehmen, oder?
Also das Problem ist oft, diese einzelnen Bildgeneratoren, die sind ja nicht frei von irgendwelchen Designvorgaben. Also je weniger man da reinpromptet oder Vorgaben gibt, umso mehr ist halt der Stil des jeweiligen Tools ersichtlich. Also gerade wenn man sich viel damit beschäftigt beziehungsweise jeder sollte sich auch so Basis zumindest mal damit beschäftigen, der sieht dann schon ein bisschen, von welchem Tool das generiert wurde.
Also gerade aktuell bei diesen von ChatGPT generierten Flyern sieht man halt wirklich sofort, wo das herkommt und das, lässt sich halt dann nicht positiv auf das eigene CI anrechnen. Also wenn das jetzt ein, ein kleiner Verein ist, wenn das irgendeine gemeinnützige Sache ist und man macht da schnell mit ChatGPT ein schönes Poster dazu, einen schönen Posting, dann passt das natürlich super.
Hat oft natürlich gewisse Vorteile gegenüber zu dem, dass es früher sonst vielleicht ein Laie schnell gesetzt hat, wo dann vielleicht die Kontrastschriften oder so nicht ganz gepasst haben. Aber für jedes Unternehmen ist das eher negativ dann natürlich.
ja ähm, ich sehe das auch so, dass a gewisse Professionalität da schon an den Tag oder halt in dem Fall ins Design gelegt werden soll.
wenn, wenn wir uns jetzt kurz überlegen, was dahinter steht, dass durch diese, ich nenn's jetzt einfach mal KI-Revolution, die ja ohne ChatGPT jetzt auch schon in Designs wie K-- oder Design-Tools wie Canva et cetera drin gesteckt sind. Weil warum konnte ich als Nicht-Designerin schon vor drei Jahren, hergehen, auf ein Bild klicken und jetzt den Hintergrund entfernen, wo früher ein Grafiker musste mühsam das alles freistellen, also diese ganze Silhouette säubern quasi.
Warum kann ich mir einen Hund, hineinsetzen in den Hintergrund, einen Baum? Oder warum kann ich aus einem Sommerbild eines Hotels ein Winterbild machen, wo das Wasser im Pool raucht und der Schnee auf den Bergen liegt? Das ist ja alles KI, die im Hintergrund läuft und da hab ich ja keinen Chatbot, kein LLM dazu gebraucht.
Das war ja schon in den Design-Tools drinnen.
Mhm.
Und, ähm, da haben wir auch rechtliche Themen, die, die es gibt, die wir da nicht behandeln. Aber i denk, da hast du ja guten Einblick, was in diesen professionellen Tools wie Photoshop war das wahrscheinlich schon ganz lang möglich oder ist es schon lange möglich, richtig?
Also dieser Übergang von Algorithmen zu KI, das ist ja irgendwie fließend und aktuell wird das halt alles einfach als KI auch publiziert, weil
das
Mhm.
ja, momentan der Hype ist, alles KI zu nennen, was vielleicht auch nicht wirklich per Definition der KI ist. Ähm, genauso wie diese, ähm, diese Füllen-Optionen bei Photoshop.
Die gibt's natürlich schon länger und natürlich ist es mit der aktuellen KI-Entwicklung auch alles besser geworden. Aber natürlich eben, wie gesagt, der Übergang ist da fließend.
Ähm,
und deswegen ist da auch die Frage ganz schwierig: Ab wann sagt man, das ist jetzt wirklich einfach Photoshop bearbeitet?
Ab wann ist es wirklich neu KI generiert? das ist dann eben auch, wie du sagst, rechtlich, wir geben da jetzt keine Empfehlung, aber natürlich, das muss man sich da immer gut anschauen,
ich versteh. Weil im AI Act steht ja, man muss Bilder, die mit KI generiert worden sind, kennzeichnen und da gibt's keine Ausnahme.
Beim Text gibt's ja Ausnahmen, bei den Bildern nicht. Ich dachte zum Beispiel, dass es da Ausnahmen geben wird, aber scheinbar muss man das wirklich kennzeichnen. Und wie du sagst, bitte mit dem Rechtsanwalt Ihres Vertrauens da zu sprechen. Genau. Uns interessiert jetzt da heute mehr: Was sagst denn du?
Auf was kommt's denn drauf an, wenn wir Bilder generieren, eine Sache. Du hast schon gesagt, wenn ein Verein Poster machen will, da hilft ihm die KI . Das ist ja wunderbar. Aber was macht 'n für a Unternehmen, wenn du da deine Designbrille oder dein Designwissen auspackst, was macht 'n da gutes Design überhaupt aus?
Was unterscheidet denn vielleicht a schlechte KI-Grafik und a gutes Design aus deiner Sicht?
Also wie bei allem, ähm, die wichtigste Basis für jeden Projekt ist ja eigentlich immer das Briefing.
Mhm.
Und genauso muss man auch denken, wenn man dann mit KI arbeitet: Wie erstelle ich das perfekte Briefing?
Und da fällt halt dann alles rein, also die ganze Tonalität von der Marke, wie sollen die Bilder ausschauen? Also eigentlich auch das Briefing, was man zum Beispiel einem Fotografen geben würde, so: Wie werden Fotos für unser Unternehmen dargestellt? Wie ist die Belichtung? Wie schauen die Personen aus? Bis hin zur Tiefenunschärfe diese ganzen Parameter.
Das kann man ja auch für die KI festlegen. Und das sind dann wirklich die Sachen, die den Unterschied machen zwischen irgendeinem KI-generierten Bild oder reproduzierbaren Inhalten, die dann auch zur Marke passen.
Genau. Du hast da ganz ein wichtiges Wort angesprochen. Und zwar, ähm, ich hab in, mach ja selber auch diese Marketing-mit-KI-Workshops und da kommen natürlich die Leute und sagen: „Können wir diese Bilder verändern?"
Und dann, dann zeigt man Bildprompts und du und ich, wir wissen, was wir da alles reinschreiben können. Du hast schon die Belichtung angesprochen, wie das Motiv wirklich sich verhaltet, die Stimmung in einem Bild,
die
Lichtverhältnisse sind ja ganz, ganz wichtig. Und, ähm, ja, schlussendlich unterscheidet wie du gesagt hast, , die Reproduzierbarkeit, KI würde mir und das haben wir im Kurs eben auch gemacht, jetzt seit, ein, zwei Monaten kann man ja schon mit ChatGPT und Gemini Bilder reingeben und die machen das zum, als Beispiel das Hotelbild und Sommer auf Winter mit rauchendem Pool.
Wunderbar. Abgesehen davon, dass es zu kennzeichnen ist, wie wir schon gesagt haben, aber die Reproduzierbarkeit leidet absolut, wenn ich nicht weiß und das nicht lenken kann, welcher Prompt dahinter steht. Weil indem wir nur Bild reingeben und sagen: „Schneller Ein-Zeilen-Befehl, mach daraus ein Winterbild", wissen wir nicht, welche Einstellungen die KI getroffen hat.
Wenn du sagst, ein richtiges Briefing, heißt ja korrekte Beschreibung dieser Szene und was du genau möchtest, dann würdest du's befürworten auch zum Teil, oder?
Mhm. Auf alle Fälle. Also gerade jetzt Sachen, die sich mit Photoshop nur sehr aufwendig umsetzen lassen.
Natürlich spricht da nichts dagegen, das dann mit KI umzusetzen oder zu verbessern. Also gerade auch ich sage, KI ist oft eher ein zusätzliches Bearbeitungstool wie ein Ersatz für alles. Also du kannst KI in Kombination mit Photoshop verwenden, in Kombination mit echten Fotos, die ein Fotograf gemacht hat.
Also gerade alle Dinge, die zum Beispiel früher nur aufwendig mit CGI oder 3D-Modellierungen, machbar waren, da ist natürlich KI sehr aufgelegt, dort einzusetzen.
absolut.
Es passiert ja derzeit häufig, dass Textstile oder eben auch Bildstile von Leuten inflationär gebraucht werden, eben durch diese Nutzung, die wir gesagt haben, die sehr einfach ist.
Wo siehst 'n du die Gefahr für a Unternehmen, das jetzt einfach sagt: „Ja, das machen wir jetzt auch." Was für Gefahren kommen denn da daher für die Marke aus deiner Designsicht?
Ähm, auf alle Fälle, dass die Einzigartigkeit verloren geht. Wobei man sagen kann, es kann auch der große Vorteil sein. Also ich sage jetzt, Unternehmen, die davor auf Basis von Stockbildern gearbeitet haben, die können jetzt wieder in eine individuellere Richtung gehen, indem man sagt, bevor ich ein Stockbild kaufe, generiere ich mir sozusagen ein Stockbild, aber passender zu meiner Marke.
Also es kann in beide Richtungen ja.
Guter Punkt. Also wenn dieses Unternehmen mit den zuvor gekauften Stockbildern einen guten Bildbrand sich von jemandem wie dir, die das versteht geben lasst, könnte es auch sein, dass er eigene Bildsprache dann für sich entwickelt und mehrere Bilder in dieser Reihe oder Serie produzieren lassen kann und hätte was gewonnen.
Normalerweise denke ich, hast du für Unternehmen eine ganze Identitätslinie. Wenn eine Designlinie, ein CI oder ein CD entwickelt worden ist. W-was bedeutet denn das jetzt in diesem KI-Zeitalter?
Wie würdest du die Wertigkeit dessen einstufen?
Ja, eigentlich gewinnt das immer mehr an Bedeutung. Also ein schön gepflegtes Corporate Design, Guidelines zu erstellen, Logo Guidelines, schön auszuarbeiten, das war immer schon die Basis eigentlich für gutes Design. Ich meine, Ausnahmen bestätigen dann immer die Regel, aber natürlich muss zuerst einmal die Basis für eine schöne Marke da geschaffen werden.
Und ich glaube, genau das ist dann das Geheimnis, dann in Zukunft das erfolgreich einzusetzen. Wahrscheinlich auch genauso wie es bei dir beim Text ist. Man lernt, die eigene Marke zu verstehen, was man ausdrücken will, was man sagen will und, erschafft sich eben mit jemandem, der das professionell umsetzt, vielleicht hier die Bausteine, wie man das dann auch selber weiterverfolgen kann.
Ja, das ist so, schlussendlich sorgen wir halt durch Positionierung, USP und eine gewisse Tonalität, also das Pendant zu dem Design, wär die Tonalität. Und die natürlich arbeitet man vorher mit dem Unternehmen, damit eben nicht diese Austauschbarkeit im Sprachstil eintritt, sondern dass man immer Wiedererkennung hat.

Mhm.
dann hat man, glaub ich, einfach einen Denkfehler gemacht, weil wenn wir über Bilder reden oder Text reden, ist das zwar nett, aber es kratzt halt nur an der Oberfläche und eigentlich sollten wir über Marken reden.
Mhm.
Sehe ich das , richtig?
Genau, also da gibt's jetzt einen riesengroßen Spagat aktuell. Natürlich, was man auf alle Fälle sagen kann, was man nicht machen sollte, ist eben die Bilder einfach raushauen. Ich meine, von den offensichtlichen Fehlern, dass ich das halt kurz angesprochen habe, wie das fehlende Finger gibt oder zu viele Finger oder dass irgendwie verdrehte Buchstaben, Worte, also diese typischen KI-Fehler, die ja Gott sei Dank eigentlich eh immer seltener werden, aber dass man so was nicht publizieren sollte, das, ist mal der erste Punkt.
Und dann, dass man sich in diese Richtung hinarbeitet, dass man nicht nur sagt: „Wie kann ich da jetzt schnell viele Bilder raushauen?" Sondern: „Was ist meine Basis und wie setze ich das professionell ein?" Und wenn man diese Basis hat- Dann ist man, glaub ich, auch in Zukunft nicht abhängig von dem perfekten Prompt, von dem perfekten Tool und alles wird wieder über den Haufen geworfen, wenn's da wieder irgendwelche Updates gibt, sondern hat man wirklich auch ein Handwerk, wo man sagt, ich weiß, wie ich das für meine Marke einsetze und ich hab da auch ein bisschen Auge drauf, wie das passt und im besten Fall, ich hab da auch gute Ansprechpartner, wenn ich dann mal nicht weiter weiß, auch für eine neue Kampagne dann zum Beispiel.
also ich find das ganz wertvoll, was du da ansprichst. Es ist, man spricht ja oft von den KI-Leitlinien und da wird gedacht, dass ein Unternehmen sich im Unternehmen überlegen soll, wie geht man mit dem Thema um?
Und da geht's oft um Prozesse. Aber ich würd eben dafür plädieren, den Designprozess oder dieses Marketing, wenn wir's jetzt mal ganz plakativ sagen wollen, auch als so einen Prozess und KI-Guidelines auch dafür zu
entwickeln.
Und so versteh ich dich jetzt aber, wenn man 'n Workshop mit dir machen würde oder eben Briefing oder beides, ja, sich erarbeitet und dann a Designlinie, eine KI-Designlinie dann wär man eigentlich da relativ gut dabei, oder?
Genau, also der Output ist meistens nur so gut wie der Input.
und das da hält sich eben die Waage. Und damit da auch schöne Sachen rauskommen, muss man eben viel Vorarbeit leisten. Also das, was man sich oft vorstellt, die KI macht dann alles, ist halt in dem Fall nicht so, weder bei Bild noch bei Text noch in anderen Bereichen der KI.
Ja, wir haben da das, übliche Phänomen, wenn man natürlich a Spielzeug den Leuten in die Hand gibt, ist es schön, wenn sie spielen, aber man soll's halt nicht mit professionellen Ergebnissen vergleichen, denk ich. Ja. Ähm, ich hätt da a Frage an dich, und zwar bist du ja sehr umtriebig auch in Sachen KI-Wissensvermittlung.
Einerseits natürlich, wie du schon gesagt hast, Workshops für Unternehmen, aber du - machst ja noch ganz andere Dinge, oder? So des Abends, glaub ich, tust du ja manchmal dich mit Leuten treffen und zu dem Thema austauschen. Zumindest hab ich dich schon einmal in Innsbruck in der Wirtschaftskammer da zum Thema
mhm, -
getroffen.
Dann gibt's noch Treffen am Morgen, die an verschiedenen Orten stattfinden, wo man dich treffen kann. Magst du uns da mal davon erzählen?
Genau, also ich organisiere da mit, ähm, offene KI-Treffs, die inzwischen in ganz Tirol stattfinden.
Also gestartet hat das in Innsbruck und ich organisiere das jetzt mit eben im Unterland, in Kufstein und zukünftig auch in Wörgl. Und da geht's eben einfach drum, also das ist offen, kostenlos und wir schauen , dass wir Leute zusammenbringen, um über KI zu sprechen. Also das geht dann wirklich von den kompletten Einsteigern bis hin zu Vibe Coding und den Programmierern, dass man sich einfach locker zusammensetzt, ohne Bildschirme dann.
Also das ist wirklich nur ein analoges Gespräch dann und sich da eben ein bisschen austauschen kann. Weil oft, man sieht das, die Leute haben einfach Angst vor dem Einstieg oder brauchen oft einfach ein bissl Input und sich dann da mal zusammenzusetzen, ist doch wieder a ganz anderes Feeling, wie nur sich online vielleicht da irgendwie die Infos da rauszuholen.
Genau.
Ja, eben, weil da kommen wir, und drum wollt ich's jetzt auch gefragt haben, auf a ganz andere Ebene. Im letzten, mhm, in der letzten Folge des Podcasts haben wir mit jemandem gesprochen, da geht's um Daten und, und solche Dinge. Und da haben wir auch ganz klar herausgearbeitet, es geht darum, dass Menschen miteinander reden und eine richtige Lösung finden.
Und schlussendlich ist mir jetzt erschienen, dass wir beim Thema Design und Bilder jetzt ja auf einen ähnlichen Zweig gekommen sind. Zuerst kommst du als Mensch in eine Organisation und sprichst mit Menschen und dann findet man für die Marke ein passendes,
Ja, Bildkonzept, wie man halt damit umgehen will.
Und es tut, glaube ich, wirklich not und das hast du jetzt auch beschrieben, dass es auch gut tut, wenn sich Menschen zu dem Thema austauschen, um den Einstieg zu erleichtern. möchtest du sagen, wie oft das stattfindet oder wo man sich da melden soll? Soll man sich da bei dir melden oder lieber doch woanders?
Also die Infos findet man alle auf kin Punkt at.
Genau.
es findet eigentlich wöchentlich statt, wo und wie viele treffen aktuell dann immer, das sieht man dann online. Genau.
Genau. Ähm, zu dem Thema, weil du gesagt hast, es gibt da eine Jury, der du angehörst, zum Thema Design. Magst du uns da was erzählen, um was es da bei diesem Designpreis geht?
Genau. das sind die AI Design Awards.
Mhm.
Einreichen kann jeder KI generierte Inhalte. Und das ist ganz cool, weil da sind wirklich von bis alle möglichen Menschen aus allen möglichen Ländern und Branchen dabei. Und es gibt dann einmal jährlich gibts die große Preisverleihung und die Ausstellung in Barcelona.
ja, und das ist wirklich ein spannendes Feld und es ist auch sehr schön zu sehen, wie halt wirklich da auch international das auch wirklich Menschen verbinden kann.
Mhm. Klingt jetzt wirklich spannend. Darf ich fragen: Bist du dann auch in Barcelona?
Ich bin dann auch
in Barcelona super.
Freue mich jetzt schon für dich. Hoffe, es ist ganz, ganz toll. Ähm,
, Desiree, das finde ich ja super, dass du uns da auf einige Punkte aufmerksam gemacht hast und finde das ganz wertvoll.
Vielleicht tun wir es noch mal so zusammenfassen.
Wenn, wenn man für die Zuhörer jetzt, wenn man sagt, okay, auf was man achten sollte. Wir können die Punkte jetzt zusammenfassen und dann eine kleine Checkliste, wenn ihr die Shownotes geben. was wäre denn der wichtigste Punkt, wenn wir anfangen bei der Bildgenerierung, an was man denken soll?
Das Wichtigste wäre mal, dass man sich selber laufend damit befasst, dass man also überhaupt einmal das, das Auge dafür ein bisschen entwickelt. So wie schaut KI generierte Bilder aus? Also beim ersten Ergebnis denkt man sich meistens wow. Und wenn man dann erst sieht, zehn andere Unternehmen oder Accounts oder wie auch immer Werbungen, die schauen eigentlich irgendwie genau gleich aus.
genau, dass man halt nicht in diese Falle tappt. Dass man, wenn man das sieht, das dann auch erkennt. Und daraus leiten sich dann ja schon viele Sachen ab, wie man selber dann weiß, dass man das verhindern kann.
Ja, also als Erste ist so ein bissl a Wake-up-Call, oder? Sich mit, mit dem beschäftigen und mal orientieren.
Sagen wir mal, das ist Orientierung. Und wenn ich das weiß, was wär denn dann der Schritt, dass man von der Bildgenerierung den richtigen Schritt in Richtung Design macht?
Dass man sich auf alle Fälle mit dem Grafiker, Designer, Texter, Kreativen seines Vertrauens oder in seinem Unternehmen zusammensitzt und hier wirklich auch die Guidelines noch mal durchgeht oder schaut, wo sind da offene Bereiche, wo man sagt, das haben wir eigentlich gar nie so festgelegt. Also der, der einfachste Punkt ist oft, man schaut sich an, was hat man bisher gemacht. Gerade auch, wenn man jetzt viele Fotoshootings oder Werbungen schon gemacht hat.

Es ist von der Tonalität her immer in diesen und diesen Farben. Also es kommen jetzt keine grellen Farben vor. Es ist immer gedämpftes Licht zum Beispiel. wir haben immer nur zwei, drei Personen auf den Bildern, also nie irgendwelche großen Gruppen. Dann ist immer irgendwie eine Tiefenunschärfe dabei, die ganzen Situationsbeschreibungen, also viele fotografische Begriffe fallen natürlich auch dann da rein.
Ist dann vielleicht ein leichter, eine, eben eine leichte Unschärfe dabei.
Genau. Also so was einfach vom, vom Bild ausgehend analysieren. Genau. Genau. Und, und da das eigene Sensorium zusammen mit eben dem kreativen oder der kreativen Fachkraft, die man da zur Rate zieht, ein bisschen schärfen.
Das wär so der zweite Schritt, oder?
Okay, das hab ich jetzt verstanden. Wie geht's denn dann weiter vom Bild in Richtung Design? Dass es ein gesamtes Designkonzept kommen
soll.
An was sollte man denn da noch alles denken?
Also natürlich die ganze, die Logovarianten, welche Logovarianten hab ich, welche Farben hab ich? Was sind meine CI-Farben? Wie sind meine Layouts grundsätzlich aufgebaut? Wie schauen meine Headlines aus? Also das sind wirklich, das geht wirklich dann sehr ins Detail oft, wo man vielleicht als Erstes gar nicht so daran denkt, man jetzt auch vielleicht noch nicht die Masse an Assets produziert hat.
Ja, ein Gesamtdesignkonzept geht ja als Grafiker ja auch bis hin, welches Papier verwenden wir, wenn wir was drucken lassen, ja? Und das klingt jetzt vielleicht nicht ganz auf den ersten Blick logisch, dass man das für KI braucht, aber schon Sinn, sich dafür zu befassen. Und wenn ich das nächste Mal zum Beispiel auch vielleicht, sagen wir, von meiner Speisekarte ein Mockup generiere mit KI, dann packe ich das dann ja auch wieder in diesen Prompt rein.
Zum Beispiel, ich habe da ein schönes ungestrichenes Naturpapier
Und
Du und ich, wir wissen jetzt, was ein ungestrichenes Papier ist. Genau. Das ist dann nicht so glatt wie die anderen, Ja. Ja, genau. Und ja, das hat dann eine andere Anmutung und das sieht man schlussendlich dann auch auf einem digital generierten Bild.
Völlig
richtig.
Ja. Ja, super. Danke für den Hinweis. In deinen Workshops, Desiree, machst du da jetzt Schulungen in Sachen KI oder gehen die in Richtung Design.
Also es geht hauptsächlich in Richtung Design.
Meistens sinds die Kreativen aus den Unternehmen selbst, die sich in die Richtung noch halt weiterentwickeln wollen. Also da ist oft schon eine gewisse kreative Basis da. ist aber auch für komplette Neueinsteiger natürlich immer möglich. Also ich hab auch schon Workshops gemacht, wo man sagt, man erstellt einfach ein komplettes Projekt.
Zum Beispiel auch eben zum Thema Musikvideo hab ich vor Workshop gehabt, dass man sagt, wie erstelle ich in kürzerer Zeit zumindestens mal die Basics von Musik, Bilder, erste Animationen, kleiner Schnitt, dass ich mein eigenes kleines Musikvideo zum Beispiel erstellen kann. Also auch hier so der spielerische Einstieg ein bissl gemixt mit der Anwendung und der ganzen Konzeption, wie so ein Projekt auch aufbaue.
Genau, bis hin eben zum Unternehmen, die dann wirklich oft auch die eigenen Anwendungsfälle so mitbringen. Zum Beispiel wir haben da ganze Produktpalette und wie kann ich da jetzt eine ganze Produktpalette irgendwie vielleicht überarbeiten oder mit reinnehmen, ohne dass ich jedes Bild dann vielleicht einzeln angreifen muss.
Also da gibts ja dann schon, größere Projekte, wo man dann eine größere Struktur dafür aufbauen muss, die ganzen Bilder dann da hier einzupflegen oder zu bearbeiten oder zu animieren. Also das ist sehr individuelles Thema , muss ich sagen und, aber das macht da so am meisten Spaß und macht da so am meisten Sinn, dass man sich das individuell anschaut.
Ja.
Was ich da jetzt raushöre, wir sprechen da jetzt nicht von Bildgenerierung jetzt ganz singulär, sondern du grad beschrieben, dass es ja wiederum ein ganzer Prozess
ist
und dass man sich das Endergebnis als Ganzes anschaut und dann sagt: Was ist denn die richtige Vorgehensweise?
Also man spricht immer über
Abläufe.
schlussendlich, oder? Um dann auch das Beste herauszuholen, dass diese Werkzeuge, ob sie jetzt KI genannt werden oder Photoshop oder sonst was sind, ideal eingesetzt werden können, oder? Dann kannst du diese Produktion dieser Bilder in einer konsistenten Qualität sowie dieses Unternehmen, das die öfter braucht, dann denen helfen, da den Workflow dafür zu adaptieren.
Genau. Weil was ich aktuell eigentlich leider nicht machen kann, ist Tool-Empfehlungen allgemein zu geben.
Das hätten natürlich viele gern und ich versuchs dann immer im Gespräch jedem zu empfehlen, was meiner Meinung nach passen würde. Aber ich sag dazu immer im besten Fall, ich schau mir das selber davor an und test das durch. Denn es macht einen Riesenunterschied, obs um Personen geht, obs um Produkte geht.
Auf jeden Fall.
Ja, weil du das jetzt angesprochen hast. Eben, wir haben jetzt nicht viel über Tools gesprochen. Vielleicht tun wir so als Sum-up dass wir einfach sagen, ein oder zwei Anwendungsgebiete wo du jetzt sagst, da würde jetzt vielleicht Midjourney, würdest du Midjourney verwenden
Also Midjourney. Ich bin ja ein großer Midjourney, eine große Midjourney-Liebhaberin von Anfang an und jetzt auch noch.
Midjourney hat leider große, Nachteile, um alles wo du wirklich was genau darstellen möchtest, also Referenzen, sei es Personen oder so weiter. Das funktioniert einfach nicht in die Richtung. Dafür ist Midjourney meiner Meinung nach unschlagbar in Richtung Moodboards oder Tonalitäten sowas oder Stile auch erstmal zu erstellen.
Also um so Stimmungen darzustellen und vielleicht dir einfach mal ein paar Referenzen herauszuziehen dann, die man anderweitig verwenden kann, ist Midjourney auf alle Fälle unschlagbar. Aber ist eben nur dann ein kleiner Teil. Denn für die weitere Entwicklung, wo du sagst, es muss dann wirklich etwas Spezielles dargestellt werden, da muss man dann nachhelfen mit anderen.
Zum Beispiel dann eben Gemini oder teilweise auch ChatGPT oder auch eben Photoshop. Also das lässt sich nicht rauskürzen aktuell. Genau.
genau. Ähm, und deshalb wollt ich's jetzt ja angesprochen haben, weil der Wunsch ja oft ist, eben nenne mir das Tool und wie du schon davor gesagt hast, es gibt nicht das eine Tool, eine Kombination dessen und die Aufgabenstellung erfordert halt dann einfach den Einsatz von Tool A, B oder C.
Wie auch schon du das beobachtet zwanzigfünf, zwanzigsechs, was sich da getan hat, weil du hast jetzt auch Gemini genannt,, bei Nanna von Gemini, was ist denn da deiner Meinung nach für den Normalverbraucher, äh, der große Vorteil, was die jetzt liefern?
Weil ich finde, die machen schon teilweise verführerisch gute Sachen.
Mhm. Also was mit ChatGPT zu tun hat, ist natürlich, das ist sehr ausgelegt für einen normalen Endverbraucher, der sich jetzt sonst technisch vielleicht nicht so damit befasst. Also wenn du da jetzt ein Bild generierst, ähm, du we-wirst eigentlich nie so grobe KI-Fehler haben, die man sonst vielleicht erkennt, also mit dem neuen Modell.
Genauso wirst du auch keine unleserlichen Schriften normalerweise haben. Also das i-ist da relativ schnell eigentlich ausgemerzt worden. Dafür haben diese Bilder aber oft auch einen sehr eigenen Stil. Also man erkennt die dann recht schnell. Grad auch eben, wie wir schon gesprochen haben, mit diesen ganzen Flyern aktuell.
Ja.
ja. also es ist so für, wenn ich dich richtig verstehe oder so, wendet ihr erst diese Dinge zum Teil an, dass man sagt, um jetzt sich etwas zu erarbeiten, einen Bildstil, professionell machst du's natürlich mit Schöne und, und so, wenn du sagst, ganze Moodboards.
Aber wenn ich mir jetzt ein Beispielbild geben lassen will, kann ich's ja sehr gut für ein Briefing einsetzen und sag: „Mach mal schnell das Bild", und dann gehe ich mit diesem Bild zu einem Profi und sag: „So ungefähr stelle ich mir das
vor."
Also mir kommt vor, es hilft sehr, die eigenen Vorstellungen ein bissl zu konkretisieren, weil die ja sonst vielleicht für mich schwer zu beschreiben wären.
Und dann kann ich ja zu dir oder einem Fotografen kommen und sagen: „Wir hätten gemeint, dass wir vielleicht in die Richtung das haben wollen." Ist dir das schon einmal vorgekommen oder kommt es vor, dass Kunden in die Richtung gehen, dass sie sagen, sie können ihre Vorstellungen besser konkretisieren?
Es kommt drauf an. Also da merkt man oft schon, was wir vorher schon gemerkt haben, es gibt natürlich immer die, die davor schon einen kreativen Ansatz gehabt haben, aber vielleicht einfach noch nicht die Möglichkeiten, das umzusetzen.
Also für die ist es natürlich jetzt der wahnsinnige Beschleuniger, dass sie relativ schnell die Konzepte einfach sichtbar machen können. Und dann gibt's natürlich viele Kunden, das ist natürlich auch legitim, die sagen: „Ich, ich weiß eigentlich nicht, was ich will. Ich will einfach mal verschiedene Versionen sehen.
Das kann ich auch mit ChatGPT zum Beispiel machen, aber ich tue mir vielleicht leichter, wenn ich jetzt einer Person gegenüber sitze und der erzähle ich mal eben alle meine Ideen und die versucht dann,
dies
jeden Fall,
ja
schön einmal auszuarbeiten. Genau. ist
sicher die bessere Idee. Ja, vielen lieben Dank, Désirée.
Und glaubst du, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, wo wir schon langsam davon ausgehen können, dass sich die Spreu vom Weizen trennt, dass man sagt: „Gut, für den Hausgebrauch kann ich's gut verwenden, aber für professionelle Anwendungen gehe ich zum Professionisten."
Also ich glaub, es wird sich parallel in zwei, äh, Richtungen entwickeln. Einmal wird's einfacher zum Anwenden sein, auf der anderen Seite werden die professionellen Tools, glaube ich, wieder komplizierter werden. Also ich sage jetzt am Beispiel von Midjourney, je mehr sich das weiterentwickelt hat, umso mehr Einstellungsmöglichkeiten bei dem Interface gibt's ja auch schon wieder.
Also das ist ja inzwischen wie Photoshop dann schon fast ein eigenes Tool, wo du die ganzen Funktionen dann eigentlich lernen musst, um das zu bedienen.
Mhm. Also wird sich doch da sehr viel tun professionellen Bereich und es sind dann vielleicht zwei verschiedene Welten, oder? Man kann für den Hausgebrauch was machen und das andere macht der, der Profi weiß halt, was er sonst alles aus den einzelnen Tools herausholen kann.
Genau, ich glaub, das ist gleich, wie es jetzt die letzten Jahre gegeben hat, die Bildbearbeitungstools fürs Handy, die einfachen, und dann hat's ein Photoshop gegeben. Also vielleicht einfach wenig dazwischen. Aber diese zwei Pole. Und grundsätzlich wird das natürlich alles besser werden noch.
Und ich glaub, der wichtige Skill ist zukünftig dann auch einfach, diese, diesen Geschmack dafür entwickeln, was gut funktioniert und was nicht funktioniert. Also ich glaub, diese menschliche Einschätzung dann auch von dem Output, das wird immer wichtiger werden.
Ja.
Glaub, da sind wir uns ja einig, dass diese KI-generierten Outputs, ja, zu einer gewissen Verschleißerscheinung führen. Und was zählt bei Marken wirklich? Das Unternehmen, die Persönlichkeit, deren Werte und die Menschen dahinter.

Vielen Dank, liebe Désirée, für das spannende Gespräch. Ich freue mich auf viele weitere Treffen, vielleicht in Wörgl oder in Kufstein .