Vom Hype zum Handeln

#29--KI erfolgreich einführen: Warum Tools nicht der Startpunkt sind

Episode Summary

In dieser Folge von „Vom Hype zum Handeln" spricht Petra Liebl mit Fritz Fahringer, Gründer der Datenstrategieberatung VALTYROL und Vorstand der Data Intelligence Offensive (DIO), darüber, warum KI-Einführungen in Unternehmen so oft scheitern – und woran es liegt, wenn sie gelingen. Im Mittelpunkt steht ein Perspektivwechsel: KI ist kein befristetes IT-Projekt, sondern eine kontinuierliche Transformation, die bei Kultur, Haltung und Menschen beginnt, nicht beim Tool. Anhand konkreter Situationen aus der Beratungspraxis – von der ehrlichen Bestandsaufnahme („Was nervt uns?") über Shadow AI bis zum Chatbot mit klaren Werten und KPIs – zeigt das Gespräch, wo Unternehmen wirklich ansetzen müssen. Dabei wird deutlich: KI verstärkt bestehende Abläufe gnadenlos – die guten wie die fehlerhaften. Wer sie auf einen ungeordneten Prozess setzt, multipliziert den Fehler, statt ihn zu lösen. Unser Fazit: Erfolg entsteht nicht durch das nächste Tool, sondern durch Prozesse, messbare Werte und eine Führung, die den Wandel vorlebt. Wer klein, strukturiert und messbar startet, gewinnt – während Zögern zum eigentlichen Risiko wird. Über den Gast: MMag. Fritz Fahringer ist Gründer der VALTYROL einer unabhängigen Datenstrategieberatung mit Sitz in Kufstein und Vorstandsmitglied der Data Intelligence Offensive (DIO). Zuvor war er 7,5 Jahre in der Standortagentur Tirol für IT-Themen und den datahub.tirol verantwortlich. Er ist Certified VBE Ambassador (IEEE 24748-7000), Beirat im Gaia-X Hub Austria sowie Lehrbeauftragter an der FH Kufstein und am MCI.

Episode Notes

https://www.valtyrol.com

Episode Transcription

Willkommen bei Vom Hype zum Handeln, dem Transformationspodcast im Zeitalter der künstlichen Intelligenz.Inzwischen hat sich herumgesprochen, KI ist mehr als ein IT-Projekt.Aber wenn es kein IT-Projekt ist, was ist es dann?

Heute spreche ich mit jemandem, der das nicht nur weiß, sondern lebt.Fritz Fahringer war lange Jahre in der Standortagentur Tirol Herr der Daten, des Data Hub.Und er sagt trotzdem: Bei KI geht es um weit mehr als Daten, nämlich um Kultur, um Haltung, um die Frage, wie ein Betrieb sich selbst versteht und wie er sich verändern will.

Seit diesem Jahr ist Fritz Fahringer mit seiner Beratungsfirma ValTyrol selbstständig.Er begleitet Unternehmen dort, wo KI-Projekte meistens scheitern: am Anfang.Herzlich willkommen, Fritz.Hallo, grüß dich.

Hallo.Vielleicht magst du gleich zu Beginn kurz was sagen über ValTyrol.Was ist das Schönes?Ja, genau.Also hallo, grüß euch. ValTyrol ist meine Firma, die ich gegründet habe, die Unternehmen hilft, den unmittelbaren ersten oder nächsten Schritt im Bereich Daten und KI zu machen.

Und ich bin schon jetzt gespannt, über was wir heute reden werden, auf was es nämlich wirklich ankommt.Mhm.Ich bin genauso gespannt, unsere Hörer hoffentlich auch. Wir haben in diesem Podcast schon einige Male besprochen, dass KI in verschiedenen Formen in den Unternehmen Einzug hält.

Oft mal wissen die Unternehmen auch gar nicht so ganz genau: Ist es Automatisierung?Ist es KI?Über diese Themen haben wir schon gesprochen.Und wenn KI-Initiativen Einzug halten, dann sprechen wir über KI-Leitlinien bis zu konkreten Anwendungen.

Mhm.Und dann ist eine Frage damit untrennbar verbunden, nämlich: Wo fängt man am besten an?Und natürlich auch: Warum klappt's denn so oft nicht?Und genau darüber sprechen wir heute.Genau.Also die These, die wir jetzt aufstellen, ist sozusagen, es liegt, wenn KI-Einführung scheitert, nicht an der Technologie.

Dann muss es ja daran liegen, wie die Unternehmen dieses Thema angehen.Nämlich, wie du sagst, als Projekt wär nicht so gute Idee, sondern sie sollten's anders denken, nämlich als Transformation.Und der Unterschied ist ja wohl größer, als die meisten ahnen.

Und genau da würde ich dich bitten, dass du uns zum Einstieg mal mitnimmst.Genau.Also das, was ich beobachtet habe bei jahrelanger Tätigkeit als Projektleiter sozusagen, und ich habe einige IT-Begleitungen und Implementierungen machen dürfen und man, man lernt ja mit jedem Projekt dazu.

Wer Projektleiter ist, weiß das.Es geht vor allem darum, dass man ein KI-Projekt, ja, das ist prinzipiell schon mal falsche Denke in der Form.Man sollte das nicht als Projekt sehen, sondern es ist ein Prozess.

Ja, weil warum ist es ein Prozess?Es ist deshalb ein Prozess, weil ich die Organisation, die dahinterliegenden Prozesse und vor allem die Leute mitnehmen muss.Wenn ich die Leute nicht mitnehme, dann habe ich maximal ein Abo abgeschlossen, ja, vielleicht bei einem, bei einem großen GPT-Anbieter.

Dann habe ich lauter einzelne Leute, die irgendwelche Sachen ausprobieren, dann sich vielleicht austauschen in der Kaffeeküche oder auch nicht, ja, weil man will ja den anderen dann wieder was voraus sein vielleicht.

Das heißt, insgesamt geht's vor allem darum, die gesamte Organisation in dem, wie sie ist, wie sie denkt, wie sie sich selber sieht und wie sie sich eingebettet fühlt in deren Umfeld, in der Wertschöpfungskette, da muss man ansetzen, ja.

Also man fängt wirklich bei sich selber an und bei den eigenen Leuten und bei den eigenen Prozessen, bevor man das erste Mal eigentlich ein Tool anwirft.Genau.Wenn du sagst, wenn man nicht beim Tool ansetzen sollen, ich frage wiederum ketzerisch: Wo soll man denn dann anfangen?

Also wenn ich dich richtig verstanden habe, fangen wir mal an zu fragen bei der Bestandsaufnahme.Du hast jetzt gerade beschrieben, wo im Unternehmen.Vielleicht könnte man da mal reinschauen, wo man ansetzen könnte bei Abläufen.

Was machen wir denn täglich?Was kostet uns Zeit?Vielleicht was nervt uns sogar.Und ja, was hält uns unverhältnismäßig viel auf?Ja.Und dann erst zu betrachten, wo da in dieser ganzen Lage kann denn da sollte KI vielleicht eine Rolle spielen oder irgendwas anderes?

Also wo müssen wir lernen?Wäre das ein guter Ansatz?Genau.Also prinzipiell, es gibt ja die ganz harte Prozesslogik, dass ich sage: Wo liegen meine Potenziale?Ja, wo verbrenne ich Geld?Wo verbrenne ich Zeit?

Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen und sage: W-was nervt mich derzeit, ja, als Mitarbeiter oder als Abteilung?Das kann ich jetzt als Abteilungsleiter oder als Team in einer, in einer Abteilung relativ schnell sagen, ja, was nicht funktioniert und die anderen und da die Schnittstelle und so weiter.

Spannend wird's ja das dann, wenn man das auf eine nächst höhere Ebene, zieht, ja, und dann sagt: Okay, was nervt uns in Summe, ja?Oder was, was ist in Summe der Prozess, der nicht funktioniert, beziehungsweise wo wir vielleicht dran arbeiten sollten?

Und wer sind wir eigentlich in Summe, ja?Weil wie man weiß, ein Vertriebsteam, ein Produktionsteam oder ein Frontoffice-Team, die haben meistens so eine eigene Logik, wie, wie sie ticken, ja.Es geht darum, wie die Organisation in Summe tickt.

Und das ist ein bisschen die Basis, ja.Das wird viel zu oft vernachlässigt.Ja.Was sind unsere Werte in, im Team, aber auch in der gesamten Organisation?Weil, und da greife ich jetzt ganz kurz ein bisschen vor, weil es geht ja darum, wie man diese Werte dann implementiert.

Ja, okay.Also wenn ich dich jetzt richtig verstehe, ist es schon okay, dass man bei diesen kleinen nervenden Dingen anfangen, weil das sind ja die, die wir spüren.Da kann man eigentlich auch schon gut die Mitarbeiter in dem Sinn abholen und sagen: Was ist es denn?

Wo sollen wir denn ansetzen?Und okay, aber dann, wenn wir das wissen, schauen wir, in welche Abläufe passt das hinein.Und du sagst dann, wo, wie, was muss in der Gesamtorganisation passieren?Wo darauf sollen wir hinschauen, lernen und implementieren dann.

Genau, es muss vor allem messbar sein, ja.Ich mu-muss ja irgendwie einen Erfolg messen oder nachweisen, warum ich einen gewissen Weg gehen soll und dann aus, aus Entscheidungssicht auch darf.Ja, ich muss ja nachweisen können und das muss ich auch messen können.

Mhm.Und, und das ist auch oft das Thema, oder wie, wie, wie bringe ich diese Werte in eine messbare Logik rein?Aber da gibt's auch ein paar ganz gute Möglichkeiten.Vorgehensweisen.Ja.Also in dem Sinn verstehe ich jetzt, glaube ich, schon nach diesen ersten paar Fragen, die wir behandelt haben, schon, dass da Unterschied zwischen Projekt und Transformation besteht, weil das scheint ja nicht so einen ganz klaren Anfang und ein ganz klares Ende zu haben.

Nein. Genau.Und dann haben wir noch was anderes.Du hast schon mal gesagt, es ist auch wichtig bei der Bestandsaufnahme, wo wir gesagt haben, okay, was kostet Zeit, was nervt, den Blick da etwas zu weiten, oder?

Da gibt's ja die eine Abteilung, die sagt, wir hätten jetzt gern dieses Projekt und die anderen sagen: „Na bitte, ja nicht, was verändern." Und die Geschäftsführung sagt vielleicht: „Ja, ja, ich will irgendwas mit KI." Und dann kommt jemand und sagt: „Ja, lass uns das mal werten", oder?

Genau.Also es, es, es ist einfach wichtig, dass man alle Sichtweisen mit einbezieht, die verschiedenen Logiken und das Verständnis aufbaut.Das, das gilt nicht nur Top-down, ja, dass der Geschäftsführer oder die Leitung ihre Mitarbeiter versteht, sondern auch Bottom-up, oder, dass der, dass die Führung andere Aufgaben hat als vielleicht der Einzelne in irgendeiner Fachabteilung.

Und die, die zwei Sichtweisen muss man auch zusammenbringen.Und da hilft eigentlich nur eines und das kann auch keine KI lösen: Man muss miteinander sprechen.Man muss eine gemeinsame Sichtweise und einen gemeinsamen Plan entwerfen.

Und, und das ist ein Thema, das ist nicht wie a Windows, das ich früher installiert hab und sag, jetzt ist es da und dann kriegst du Schulung und klick, klick und so, dass das Windows beenden, sondern das ist ein laufendes Thema, ja.

Also dadurch, man merkt ja schon, dass sich die KI laufend ändert.Man könnte auch sagen verbessert, ja, oder genauer wird, wie auch immer.Und so müssen sie auch die Prozesse jetzt schneller laufend verändern und anpassen, ja, und damit auch die Leute.

Und das ist das, was die Leute so als Anstrengung empfinden, ja.Das ist pures Change Management.Richtig.Also meinst du jetzt die Leute im Sinne von den Mitarbeitern- Ja.-in einer Organisation?Genau.Ja, ich frage jetzt auch deshalb, weil ich hab grad gestern wieder einen Kurs KI-Marketing gehalten.

Da ändert sich ja nicht die Organisation, weil sie Mitarbeiter auf eine Schulung schicken.In dem einem Unternehmen gibt's eben das vorimplementierte System und dann können sich die Mitarbeiter darum kümmern, was können wir denn alles damit machen.

Also der Ansatz ist teilweise, zumindest eben wenn es um dieses Schulungsthema geht, ist nur: Zeig uns doch, was wir alles damit machen können.Ich, ich sag einmal so, es, also prinzipiell die Grundbedingung ist eigentlich eine gesunde Neugier- Ja.

-zu diesen ganzen Themen, ja.Stimmt.Also man, man soll natürlich selber ausprobieren, aber ich sag immer, bevor man dann sich in Richtung Pilotprozessen und jetzt probieren wir's mal in einer Abteilung, bevor wir es überall ausrollen, beziehungsweise, man überlegt sich einen Chatbot oder so was, ja, und dann, bevor ich den auf die Kunden loslass, würde ich lieber mal auf meine eigene Abteilung loslassen, weil da kann man so viel lernen, bevor ich überhaupt das Ganze nach außen kehr, ja.

Das heißt, lieber mehr Zeit in der Definition, in dem, was soll es sein, was soll es vor allem auch nicht sein?Was habe ich für Ausgangspositionen von der Technik her?Wo will ich eigentlich hin?Und dann überlege ich mir erst, was ich machen will oder kann, ja.

Also ich hab dann ganz viel verschiedene Restriktionen.Das ist nicht nur Geld, sondern das sind auch, die fangen nicht von null an.Meistens, bin ja, bin ja nicht ein Start-up die meiste Zeit, ja, sondern ich hab ganz viele Unternehmen, die kein Start-up sind, die nicht auf der grünen Wiese bauen.

Die haben halt irgendwie einen SharePoint, die haben halt irgendwie vielleicht ein halbes Jahr OpenAI, da haben vielleicht ein paar schon einen Account, da gibt's schon Schatten-KI beispielsweise.Genau.

Da muss man anfangen und da ist halt jeder woanders.Mhm.Also du hast das böse Wort jetzt gesagt, die Schatten-KI.Das wäre, wenn ich jetzt im Unternehmen arbeiten würde, die haben auch alles richtig implementiert.

Die haben vielleicht sogar KI-Leitlinien, aber ich beachte die nicht.Oder man hat eben keine Leitlinien und man hat mir gar nicht gesagt, was ich alles nicht tun darf.Oder aber die wissen niemandem sagen, dass ich KI nutze und dann gehe ich her und nutze privat auf meinem Handy oder wo auch immer Dienste, die ich niemals nutzen sollte für Firmendaten.

Das wäre dieses Shadow AI.Ja, i-ich würde sogar sagen, es, es geht sogar noch einen Schritt weiter.Okay, ich hab ja meistens a vorgeschriebene IT-Umgebung, ja, einen Stack, ja, wenn man so will.Also ich hab ein gewisses System.

Manche sagen, wir haben nur Windows-Laptops, andere haben's gemischt und, und haben Programme und, und LinkedIn und nicht LinkedIn und keine Ahnung, ja.Das Thema ist ja, dass der Druck ja auf Mitarbeiter und Organisationen immer höher wird.

Generell.Es muss immer schneller, besser, doller werden, mehr Umsatz, was auch immer.Und wenn man sich überlegt, was das für einen Mitarbeiter dann auch bedeutet, damit der seine Ziele oder seinen Bonus, sagen wir mal positiv, erreicht, ja, dann wird er zwangsläufig irgendwann KI einsetzen wollen oder müssen, ja.

Mhm.Und manche machen's halt früher als andere und die, die warten auch nicht drauf, bis die Organisation in sechs Monaten entscheidet, was die KI-Richtlinie jetzt macht oder nicht macht, sondern der kauft sich das Tool privat.

Und da steigt natürlich die Gefahr, dass dort Daten eingekippt werden, die nicht drinnen sein sollen, ja.Ja, ganz sicher.Nur damit der seine Ziele erreicht, die, was die Organisation vorschreibt.Das muss, das muss man sich jetzt auch mal vorstellen- Mhm.

Dass das auch Realität ist, ja.Ja, auf jeden Fall.Ja, wenn Mitarbeiter oder Jobsuchende am Arbeitsmarkt mehr Chancen, wenn sie denn über ein gewisses KI-Wissen verfügen, dann dürfen wir uns eigentlich auch nicht wundern, wenn Leute sich da fit machen und dann kommen sie in Organisationen, die dann vielleicht Dinge nicht erlauben.

Und dann weiß ich aber, es ginge und ich kann meine Ziele erreichen.Ich finde das höchst plausibel, was du jetzt erzählst.Genau, also die, die Frage ist auch: Was, was heißt nicht erlauben?Ja, also ich muss ja, wenn ich was nicht erlaube, muss ich auch sicherstellen, dass derjenige zum Beispiel die Daten gar nicht kriegen kann, also dass der Zugang auch nicht zu den Daten da ist, ja.

Wenn ich den Zugang aber beschränke, dann kann er vielleicht nicht mehr gescheit arbeiten.Also es geht eigentlich dahingehend, wo ich drauf jetzt hinaus will: Ich kann Sachen, solche Themen nicht technisch alleine lösen.

Ich muss im Mindset anfangen, ich muss die Leute eben mitnehmen, damit sie wissen, was geht, was darf ich und was darf ich nicht, ja.Und da muss ich als Organisation unterstützen und nicht bremsen.Und das klingt absolut für mich fast wie das Wort sensibilisieren.

Würdest du das da so sehen?Weil oftmals ist ja kein schlechterJa Gedanke dahinter oder keine böse Absicht.Ja Genau sondern wenn man den Mitarbeiter sensibilisieren kann, weil man diesen Prozess, den du jetzt gesagt hast, auch läuft oder lebt, dass man sagt okay, was haben wir denn da für Szenarien, was ist in Ordnung und man macht das, dann wird geübt, dann wird es wahrscheinlich- Genau verstanden und, und kann gelebt werden.

Ich würde, würde sogar so weit gehen, dass man das nicht nur einmalig macht, sondern dass da immer so ein gesunder Austausch entsteht, dass man eben sich regelmäßig in, weiß nicht, ich will nicht sagen Arbeitskreis, das klingt jetzt so altmodisch, aber in so kleine Grüppchen oder was auch immer zusammensitzt und spielerisch quasi mit dem Ding halt arbeitet.

Ja.Also im Marketing arbeiten sie definitiv mit anderen Tools, weil sie andere Prozesse haben als wir in der Buchhaltung oder wie im Vertrieb, ja.Ja.Oder wie in der Produktion, in, in, in der Instandhaltung oder sowas.

Ja.Also in dem Sinn, es geht darum, dass man sich austauscht, laufend austauscht.Und jetzt kommt's und das ist für viele vielleicht ganz was Besonderes, auch außerhalb des Unternehmens mit gleich, mit dem gleichen Stand sozusagen austauscht.

Ja.Ich darf mich als Vertriebler auch mit einem anderen Vertriebler unterhalten in dem Sinn.Ja.Und da kommt dann wirklich der Mehrwert.Und das ist eigentlich das, was jetzt insgesamt für die Region dann spannend ist, wenn dieser Austausch passiert.

Ja.Das passiert jetzt in Tirol das passiert auch auf nationaler Ebene in der Data Intelligence Offensive, wo ich jetzt zum Beispiel drin engagiert bin in einem Verein.Wenn man diesen Austausch vorantreibt, dann wird man sichtbar.

Dann hat man den anderen, diesen einen Schritt halt voraus.Ja, das ist dann das Spannende.Mhm.Auf jeden Fall danke für diesen Blick nach draußen. Wenn wir jetzt noch mal auf die Transformation drinnen schauen, weil das ja so, wenn ich es richtig verstanden habe, das Kernthema ist, mit dem du dir jetzt für Unternehmen mit deiner Firma ValTyrol beschäftigst und wo ich auch in diesen eineinhalb Jahren über diesen Transformationspodcast heißt ja auch vom Hype zum Handeln, immer drauf hinkomme, dass diese Prozesse oder die Gespräche mit den Mitarbeitern einfach der Kern sind.

Du hast es gesagt beim Chatbot, da ist es sowas wie Produkttest, dass man sagt okay, machen wir es mal intern und wollen wir denn auf Kunden loslassen oder ist der gut?Oder wenn du jetzt sagst, Unternehmen wollen starten und sie kommen zu dir und ihr macht die richtigen Prozesse.

Wenn die sagen so, jetzt starten wir eine KI Initiative und du begleitest sie und sagst, da braucht es natürlich Transformationsgedanken und Change Management dazu, weil eben diese Rollen und auch die Lerngeschwindigkeit im Team so wichtig sind dazu.

Da hast du mir mal schöne Analogie mitgegeben, wo du gesagt hast, in welcher Rolle da du als Begleiter mit dabei bist.Ja, ich, ich, ich sehe mich immer in dem Sinn als Sparringspartner.Ich bin ja nicht der, den Firmen die Werte vorschreibt, nach der sie leben sollen oder was das Leitbild ist und so weiter.

Das haben sie meistens selber, leider auch zu oft in einer dunklen Schublade.Ja, das muss man jetzt mal rauskriegen. Aber am Ende geht es ja vor allem darum, wenn ich jetzt einen KI gestützten Prozess einführe, oder bleiben wir beim Chatbot, ja, dann ich mache das ja ganz unbewusst, dass dieses Ding ja dann so funktioniert, wie ich das rein übertrage.

Das heißt, ich muss mir sehr viel Gedanken machen, welche Werte dieser Prozess verkörpert, nicht verkörpern soll, wo sind die Grenzen.Und jetzt, wenn wir beim Chatbot bleiben, weil das kennt ja jeder.

Wenn ich diesen Chatbot auf der Website installiere, ja, und der, der spricht mit meinen Kunden indirekt, dann muss ich auch sicherstellen zum Beispiel, dass der auf die richtigen Daten zugreift, dass er die richtige Sprache hat, was der vernetzt, ganz unabhängig jetzt vom Security Teil, ja, sondern da geht es vor allem darum, wie agiert dieser Chatbot.

Ja, wenn ich jetzt einen Bewerber Chatbot, ja, das ist die, das ist die Oberliga.Mhm.Also bitte nicht mit dem Bewerbungschatbot anfangen, wenn's, wenn ihr ein KI Projekt anfangt.Ja.Aber wenn man das jetzt zum Beispiel hernimmt, das sind nicht nur sensible Daten rein, was da eingegeben werden, sondern zum Beispiel der agiert ja mit einer echten Person.

Ja und das schreibt ja teilweise der AI Act vor, dass ich das auch darlegen muss.Achtung, du sprichst jetzt mit einem KI gestützten Tool sozusagen und nicht mit einem echten Menschen.Das finde ich super.

Das haben wir, hat Europa den anderen Regionen der Welt weit voraus, das schon so zu denken.Ja, aber es geht vor allem darum, dass ich diese, diese Werte, wie ich jetzt ticke, ja, bin ich eher ein, ein Unternehmen, das halt hart auf Fakten quasi steht.

Bin ich ein Unternehmen, das eher die Leute mitnimmt, ab wann, ab was für einen Zeitpunkt weise ich den externen Besucher darauf hin: Achtung, ich würde jetzt vorschlagen, dass wir jetzt einen echten Menschen zum Beispiel dazu holen.

Ja.Genau.Weil jetzt passt's, weil du hast das und das gesagt.Stimmst du mir zu?Also ich kann ganz den Chatbot ganz anders formulieren. Ja und daher gibt es halt eine Methodik.Das ist dieses Value based Engineering.

Da geht's genau darum, dass man eben ausgehend von seinen Werten, die sehr hehr sein können, wie Vertrauen, Transparenz, wie gesagt, klingt alles super, gell, Souveränität.Aber ich muss das ja runterbrechen.

Was heißt das jetzt in meinem Prozess oder in meiner Abteilung?Was heißt das jetzt für meine Mitarbeiter?Was heißt das für meinen Kunden?Ja.Was heißt vom Kunden, vom Kunden?Absolut.Und so, so muss ich denken, wenn ich sozusagen einen, so ein Tool einbaue und das ist sogar und das ist jetzt wirklich spannend, das zahlt ein auf diverse ISOs, zahlt ein auf den AI Act.

Das heißt, wenn ich von Anfang an so arbeite- Ja dann habe ich wie ein Buch, muss man sich vorstellen wie ein Journal, das kann ich abhaken, da habe ich, kann ich KPIs, also ich habe Kennzahlen, kann das nachverfolgen, ob mein Tool das so einhaltet, wie es notwendig ist.

Und das ist die Vorbereitung, bevor ich zum Techniker gehe.Mhm.Und dann habe ich noch, ich mein, ein ganz anderes Gespräch mit dem Techniker.Also wenn ich dem Techniker sage, ich hätte gerne einen Chatbot.

So ähnlich wie beim Prompting, ja.Je besser ich den Prompt mache, desto besser wird das Ding.Und so ähnlich muss man sich das dort eben auch vorstellen.Je besser ich sozusagen die Vorarbeit habe, desto besser wird dann das Ergebnis von dem KI gestützten Prozess.

Ich verstehe.Reflektiert das gerade mal, dass das Value based Engineering nicht nur philosophiert über Werte, die im Unternehmen ja vorhanden sind und die schön und wichtig und wertvoll sind, sondern dass ihr also Entscheidungskriterien, trifft, damit man das Ganze dann auch entsprechend in--Dieses Projekt einfließen lassen kann und dann auch messen kann.

Genau.Also Messbarkeit ist eins von den wichtig-wichtigsten Sachen, weil wenn ich's nicht messen kann, dann, dann ist es ein, ein nettes, nette Idee, ja, ein, ein Nordstern, aber das, das kann funktionieren, muss aber nicht funktionieren, ja.

Aber wenn ich's nachverfolgen kann, was heißt denn Transparenz für mich?Wie drückt sich das aus?Mhm.Das kann ich messen, ja.Wenn du jetzt sagst, die Werte werden durch KI plötzlich messbar, also operativ.

Mhm.Wie erlebst denn du das in einem Betrieb, dass der dann sagt: "Okay, jetzt verstehen wir, das ist kein reines IT-Thema mehr." Ja, ja, es, es fängt meistens damit an, wo, wo's, wo's dann menschelt, ja.

Also es ist, ist halt das eine, dass ich sage, ich arbeite Werte aus, ja, in einem Workshop beispielsweise, beziehungsweise wer sind wir denn?Und dann sprechen halt alle, so diese typischen Folien, was man halt macht, machen wir auch in ganz kleinem Rahmen, über Mentimeter-Abfrage oder so was macht und sagen, für was stehen wir, was ist das Projekt, was sagt das aus und so weiter.

Aber spannend wird's ja dann, wenn sozusagen die gemeinsam arbeitenden Werte ja auch gegenprüft werden.Mhm.Wie können wir einen Reality Check, ja.Und, und der Reality Check kann zum Beispiel aussehen, dass man sagt, ganz banal, die Idee im Unternehmen ist quasi, mit KI-gestützte Tools zu arbeiten.

Dann denken sich die Mitarbeiter: "Okay, passt.Ich will jetzt ein KI-gestütztes Modul, beziehungsweise schreibe jetzt einen KI-gestützten Text", oder, oder was auch immer.Und dann wird's entweder abgelehnt oder der, der Chef nutzt zum Beispiel das Tool nicht und dann, dann ist das halb, ne.

Dann ist es nicht, dann ist es nicht echt.Also diese Werte, die, oder diese Vorgehensweisen, die müssen schon insgesamt dann funktionieren.Das, das muss man auch vorleben von oben, ja.Also das heißt, das betrifft nicht nur die Mitarbeiter, sondern es betrifft vor allem auch die Führungskräfte.

Auf jeden Fall.Und, und das Thema ist, wenn ich jetzt Transparenz natürlich jetzt zum Beispiel als, als Wert hab, der, der mich jetzt als Unternehmen vorantreibt, Transparenz in, in der Buchhaltung heißt zum Beispiel, dass ich absolute Preistransparenz haben will, wie sich der TB zusammensetzt, ja.

Das kann natürlich auch wehtun. Weil, weil nicht nur als Mitarbeiter, sondern als Führungskraft, weil früher war ich vielleicht nicht so transparent in gewisse Prozesse oder Vorgehensweisen, absichtlich, weil ich ein bisschen Spielraum hab oder mir den Spielraum hab schaffen müssen und der wird halt dann gefühlt vielleicht weniger.

Und das, ist natürlich das, was dann auch dem einen oder anderen Unbehagen auslöst.Und da sind wir jetzt wieder am Anfang.Genau.Deshalb fangen auch viele Unternehmen vielleicht nicht an, weil sie gar nicht wissen, was dann da alles daherkommt, ja.

Ja.Nur ich sag, kann nicht anfangen, ist Korruption.Man muss anfangen und da jetzt ganz wichtig: nicht alles auf einmal.Ja.Nicht alles auf einmal.Und du hast gesagt, anfangen, zusammensetzen, aus beschäftigte Leute und du beginnst ja mit einem sehr einfachen Gespräch, oder?

Genau.Also normalerweise ist zuerst relativ einfache Analyse, standardisierte.Genau.Das ist bei uns ein Datenreifegradcheck, wo man mal sagt, okay, wo, wo, wo stehen wir eigentlich im Sinne von, von unserer Organisation insgesamt, vo-vor der Organisationskultur, vor, vor der Governance zum Beispiel, vor die Daten, weil das ja ganz viel ausmacht, wie ich nämlich früher mit mein, mit diesem Datenthema umgegangen bin.

Das sagt da sehr viel aus, wie ich vielleicht in Zukunft mit dem KI-Thema umgehen will, lustigerweise, ja. Spannend und man spricht da in der, in der Literatur mittlerweile von sogenannten technischen Schulden.

Also vielleicht ganz kurz, das kann man sich gut merken. Wenn ich früher mich zu wenig mit diesem Datenthema beschäftigt habe, ja, und einfach irgendwo das Zeug einfach irgendwie abgelegt habe, ja, und das war mir prinzipiell wurscht und sag, das wird später irgendwann die Technik machen, dass das alles super durchanalysiert ist, der kommt spätestens jetzt zu dem Punkt, wo es vielleicht tatsächlich braucht für seine KI-gestützten Texte oder was auch immer, zu dem Punkt, wo er sagt: "Oje, da hätt ich mir früher schon Gedanken machen sollen, der muss das jetzt nachholen." Das ist so.

So und gleichzeitig fliegt aber jetzt die Leute, die KI-Themen sozusagen um die Ohren und die KI-Infrastruktur und Agenten und was der Kuckuck.Und das Thema ist halt, das ist ein Zinseszinseffekt.

Mhm.Also wenn man's jetzt, wenn man jetzt einen Stress kriegt, darf ich trotzdem nicht hudeln.Ich muss trotzdem zuerst die Grundaufgaben machen, bevor ich sozusagen mit dem anderen anfange.Das wird wahrscheinlich schneller passieren, ja, das schon.

Und ich muss jetzt anfangen, weil ich soll sagen, es geht nicht- Alternative gibt's.Nein, es gibt keine Alternative, weil andere machen's einfach.Was man gleichzeitig sagen muss, es ist, obwohl man's nicht glauben mag, wir sind alle noch ein bisschen in einer Blase, ja.

Mhm.Manche, manche halt mehr und manche weniger.Die meisten Unternehmen auf der Welt setzen KI noch nicht in der Form ein, wie es vielleicht interessant wäre.Aber trotzdem, ich glaub, grad für regionale Unternehmen bei uns oder österreichisch und Europa wär's schon gut, wenn man sich, sagen wir mal, eher mehr als weniger damit beschäftigt.

Ja.Ich kann mich erinnern, dass Sie vor Kurzem mit einem Rechtsanwalt eben auch im Zuge des Podcasts gesprochen haben und ich glaub, es war in diesem Gespräch, wo wir gesagt haben, es ist eine Sicherungsmaßnahme für mein Unternehmen.

Ich muss mir überlegen, wenn ich weiß, und das ist ja, glaub ich, unbestritten, dass KI im Prinzip gnadenlos jene Abläufe verstärkt oder auch Fehler verstärkt, wenn ich sie einsetze und der Ablauf nicht in Ordnung ist, dann ist das jetzt ja Investition einfach in die Absicherung meines Unternehmens.

Genau.Und sollte ich da Fehler feststellen, ist es auch besser, ich weiß es, damit ich's korrigieren kann.Also ich würde jetzt hergehen und das würde ich als fatal empfinden natürlich, und man setzt da KI oder Automatisierung oder was immer drauf und dann multipliziert man den Fehler oder verstärkt den.

Genau.Ja.Also KI ist immer, immer ein Verstärker von, von bereits, technischen Schulden oder, oder fehlerhaften Prozessen.Danke, genau, richtig. Und macht das auch einfach offensichtlich.Ja.

Ja, auch Organisationskultur wird dadurch offensichtlich.Ja.Also ich erlebe es, wenn ich das kurz einbringen darf, im Marketing immer so, dass relativ unbedarft eingesetzt wird, weil ja, da wird ja ein netter Text geschrieben oder ein toller Text, also ist ja wirklich eloquent.

Nur ob die irgendein Ziel erreichen, hat man vergessen, am Anfang sicherzustellen oder zu fragen.Dito, ob das unsere Firmenwerte spiegelt, hat man vergessen, am Anfang sicherzustellen.Ja.Oder ob das die Zielgruppe erreicht, hat man vergessen reinzugeben.

Also man läuft dann in irgendeine Richtung und verstärkt im Prinzip den Fehler, weil man halt einfach findet, das hört sich gut an.Also sogar in diesem kleinen Bereich kann man das sehr, sehr gut beobachten.

Nur als Beispiel für die Hörer vielleicht.Wenn jemand jetzt noch sagt, weil du das angesprochen hast, auf den richtigen Moment zu warten, gell, weil eben das passende Tool.Also ich hör das ganz häufig, dass sie sagen: "Ja, i wart jetzt noch ein bisschen, dass die anderen in der Branche machen, dann mach ich's einfach auch so." Was würdest denn du mir raten oder zu mir sagen, wenn ich mit dieser- Das ist schon so wie die Frage.

Warten braucht man nicht.Ja.Also es, es geht einfach wirklich ums Anfangen und es geht um den Weg.Ja.Man muss den Weg einfach gehen als, als Mensch, aber auch als Organisation.Was bedeutet das für mich?

Wie, wie, wie integriere ich das in mein Leben rein?Was, was bedeutet das für meinen Job?Ja.Ganz banal gesagt und als Organisation sowieso: Wie, wie möchte in Zukunft dastehen?Ich hab jetzt die Chance, dass ich eine gewisse Rekalibrierung, sprich Neuausrichtung von meinem Unternehmen mach und teilweise auch von den Mitarbeitern.

Und das Thema ist, ich würde vor allem, wirklich vor allem nicht beim Tool anfangen.Also man soll natürlich das, das Tool verwenden und ausprobieren und mal cool.Und man soll sich das ein bisschen vielleicht im Unternehmen ein bisschen aufteilen.

Die, dann gibt's ein paar, die gehen sowieso voran, denen taugt das volle, ja.Die sollen dann das die anderen wieder erklären, was sie rausgefunden haben und so weiter.Genau.Und oder gewisse Abteilungen beschäftigen sich halt mehr, Marketing, bleiben wir jetzt bei dem, beschäftigen sich wahrscheinlich mehr mit dem Thema Textgenerierung und Bildergenerierung, vielleicht Videogenerierung oder Übersetzung und so weiter.

Und andere beschäftigen sich natürlich mit anderen Tools.Ja.Aber das heißt dann nicht, dass der andere nicht vom anderen lernen kann.Aber dass man sich die Arbeit auch ein bisschen aufteilt.Ja.Also wirklich nicht warten auf irgendwas, weil es kommt eh alle zwei, drei Wochen was Neues.

Es ist immer der richtige Zeitpunkt einzusteigen, ist immer jetzt.Exakt.Ja, und, und, und fertig.Ja, also mehr gibt's da nicht zum Sagen.Genau.Was ich dann gerne weitergebe, ist, für mich ist das jetzt so, als ich hätte das Ziel, einen Lauf zu machen.

Es muss ja kein Marathon sein.Ich habe ein Ziel, das ich erreichen möchte.Dann ist auch, so wie du sagst, der richtige Moment, jetzt zu starten.Weil wenn ich sage, ja, das mache ich dann nächstes Jahr, ist noch was passiert, nämlich meistens nichts.

So, und da habe ich dich jetzt so verstanden und ich würde es jetzt auch so empfinden, aber du hast da wesentlich mehr Erfahrung, dass das einfach ganz ein fataler Fehler sein könnte, weil andere machen sich bereits auf den Weg.

Und wenn ich dann diese Schulden vielleicht schon angehäuft habe, wissentlich oder unwissentlich, muss halt einmal hinschauen, damit ich's weiß, oder? So, und da wäre das jetzt schon, denke ich, ein sehr guter Moment, weil wie du richtig sagst, dann gibt's, sind noch nicht alle schon wahnsinnig weit und ich kann da noch mitgehen.

Genau. Also das Unterscheidungsmerkmal zu anderen Organisationen oder Unternehmen und, und so weiter und Produkte wird in Zukunft sein: Hat sich schon jemand mehr damit auseinandergesetzt als ich oder nicht?

Es gibt natürlich schon Agenten und so weiter, die einfach funktionieren.Das, das ist alles klar.Aber das ist, muss man wirklich noch sagen, wir sind Internet 1998.Also wir sind jetzt am Anfang von, von was Großem.

Gleichzeitig kann ich auch nicht sagen, ich brauche keine Webseite.Ich habe keinen Grund, mich dem zu verschließen.Ja.Es passiert ja nichts.Ich muss nur ein paar Grundregeln einhalten, wie diesen AI Act, dass ich halt natürlich kein Social Profiling mache, dass ich keine persönlichen Daten reinstelle et cetera.

Aber grundsätzlich, also die, die, die ganze Systematik, die lässt sehr viel Spielraum, einfach mal auch zu probieren im geschützten Bereich.Ja, genau.Und das Ganze vielleicht, wie du sagst, probieren und nicht so angstbehaftet sehen, sondern du hast ja zuerst schon betont, wo du gesagt hast, ja, die Gespräche zwischen Mitarbeitern ermutigen, dass die stattfinden und den Austausch pflegen.

Und das alles hört sich ja an und ist ja Change Management.Genau.Das heißt, eine gute Idee könnte auch sein, wenn ich jetzt Unternehmer, Unternehmerin bin, sagen: Ich fange jetzt mal an, so zu denken, dass ich mich öffne für den Prozess, weil ich glaube zuerst, es soll nicht top down gehen, das ist richtig, aber die Einstellung des, des, der Führung ist natürlich schon entscheidend, oder?

Definitiv, ja.Definitiv.Das ist, das ist, das ist de facto Führungsaufgabe.Ja.Es ist, die Führung muss vollends dahinter stehen, weil das ist das Erste, was, was die Mitarbeiter natürlich merken, wenn was verkündet wird oder, oder propagiert wird, was die gar nicht ernst meinen.

Das heißt, es betrifft einfach alle, ja, in der, im Unternehmen, auf und ab, links und rechts und auch in der Region links und rechts, privat wie öffentlich und beruflich.Also es, man kommt eigentlich nicht dran vorbei und, und wenn man das eh schon weiß, dann, dann geh doch irgendwie anders in die Sache rein und proaktiver sozusagen, weil dann ergeben sich auch mehr Möglichkeiten.

Man wird auch mehr Möglichkeiten erkennen.Auf jeden Fall.Du hast ja auch schon eine schöne, ja, einen Ausblick gegeben, auch außerhalb des Unternehmens zu denken oder den Blick natürlich nach außen zu richten.

Das, ich denke jetzt mal, wo wir uns da schlussendlich treffen oder, oder zusammenfinden, das sind ja auch solche Austauschforen, Plätze, wie auch immer, wo man sagt, man interessiert sich für Thematik.

Da geht's nicht immer darum, jetzt schon das richtige Tool oder die richtige Lösung oder zu sagen, welches Projekt will ich denn unbedingt umsetzen, sondern zu schauen, was ist jetzt das Richtige zu tun.

Und wer eben da drinnen noch nicht so firm ist, weil er sich noch nicht so viel damit auseinandergesetzt hat, der tut sich natürlich schwerer.Mhm.Klar.Das ist wie, natürlich fühlt man sich dann vielleicht ins kalte Wasser geworfen und muss jetzt schwimmen lernen, aber dafür gibt's ja dann auch Sparringspartner oder eben Firmen und Menschen wie dich.

Und da wollte ich jetzt dich noch fragen: Welchen typischen Anlass kann's denn so geben, dass du sagst, wenn jetzt eine Hörerin sagt: "Jetzt muss ich mal drüber sprechen und was das Richtige zu tun wäre, jetzt konkret in meinem Unternehmen." Was sind denn da so Auslöser?

Ja, ich meine, die, die Ausgangspunkte sind sehr unterschiedlich. Der eine Ausgangspunkt ist beispielsweise, ich habe noch gar nichts gemacht und ich spüre jetzt aber den Druck entweder von den Mitarbeitern beziehungsweise wenn ich mitkriege, dass ein paar vielleicht ein Tool abonniert haben und da jetzt herumhantieren und jetzt habe ich das Gefühl, dass mir was entgleitet.

Ja.Das ist ein Ausgangspunkt, wo ich definitiv mit jemandem das Gespräch suchen würde.Da komme ich meistens auch gern.Das Zweite ist dann in dem Sinn, dass man sagt: "Ich habe schon mal was gemacht, einen Piloten, ja, einen Chatbot, der misslungen ist, was auch immer.

Und bevor ich den nächsten Schuss quasi setze, möchte ich es lieber gescheit angehen." Genau, das ist auch ein sehr guter Zeitpunkt, um sich einen externen Sparringpartner zu holen.Und, und der, der letzte Punkt ist sozusagen, dass man sagt: "Ich habe bereits ein, ein Tool im Einsatz.

Das funktioniert gar nicht so schlecht." Ja.Ich weiß aber nicht, wie das jetzt vor diesem engagierten Vertriebsteam, nehmen wir mal die Vertriebler her, die sind meistens ein bisschen progressiver, nehmen wir--Vor dem engagierten Vertriebsteam, quasi diese ganze Logik auf andere Abteilungen rüberbringen beziehungsweise vielleicht sogar auf Tochterfirmen, andere Niederlassungen, was auch immer.
Ich brauch ein Begleiterkonzept, der mir das Ganze auf den Boden bringt beispielsweise, ja.Also es geht nicht darum, sozusagen, Richtlinien in PowerPoints zu erstellen und, internen Chapter oder in Teams zu verteilen, sondern es geht vor allem darum, das Ganze lebendig werden zu lassen und, und die Leute mitzunehmen.

Das ist, das ist das Um und Auf.Und wenn man, wenn man das einmal sozusagen im Kopf hat, dann lustigerweise dann, dann weiß man zwar, oh, das ist aber ein Haufen Arbeit, ja, nämlich für alle, aber dann sinkt da ein bissl die Angst, weil das ist das, was das Ganze menschlich macht und wo man die Leute auch mitnehmen kann und sich mehr darüber rauszieht, als wenn es nur was Technisches ist.

Genau.Und die Belohnung, die da winkt, die ist halt auch riesig.Wenn man sich mit sich als Unternehmer, mit sich und der Verbesserung des Unternehmens beschäftigt, weil schlussendlich ist das Ziel dieses Change, dieser Transformation, dass es besser läuft.

Und das bedeutet dann ja wiederum, dass Mitarbeiter a gutes Gefühl haben, beim Unternehmen zu sein, das sich mit dem beschäftigt.Genau.Dass es gut läuft.Ich glaub, viele Mitarbeiter, vor allem die Jungen, die suchen sich Unternehmen derzeit auch so aus in Richtung wie stark oder wie intensiv oder wie strukturiert setzt das Unternehmen, solche Technologien wie KI beispielsweise ein.

Und ich weiß von sehr vielen, die wirklich abgesagt haben, weil ihnen gewisse Prozesse zu langsam waren, weil sie gesehen haben, okay, die arbeiten noch nicht mit dem, das ist ja Steinzeit, da brauche ich gar nicht hingehen.

W-wir werden das dann in der weiteren Entwicklung von Unternehmen dann aussehen, da habe ich keine Perspektive.Also das, das muss man sich auch mal vor Augen halten, dass man dann die diversen Fachkräfte, wenn man so will, nicht bekommen wird in Zukunft.

Oder wiederum die andere Brille, man zieht einfach dann bessere Leute an und das wird wiederum zum- Genau, man zieht progressivere Leute an und das kann man auch, geht natürlich dann auch weiter bei den Kunden.

Die ziehen natürlich auch Kunden an, die sehen, aha, die sind ganz vorn dabei. Ich möchte auch vorn dabei sein, wenn ich vielleicht sogar ein bisschen hinten bin.Ich möchte natürlich mit Leuten zusammenarbeiten oder Kunden, Lieferanten, die sich besser auskennen.